Udo Tjardes

Free counter and web stats

 Zugriffszähler seit 21.01.2012

 11201  Besucher gesamt bisher

3 Besucher heute

1 zur Zeit online

obige Zahlen gelten für alle Unterseiten dieser Homepage zusammen

Udo Tjardes

 

Ein Beitrag aus  Band 18 der maritimen gelben Buchreihe    

 

Udo Tjardes  † (an Bord Paletti genannt)

Geboren wurde ich am 28.08.1943 in Delmenhorst, verzog dann 1947 mit meiner Mutter (Scheidung nach dem Krieg usw.) nach Iserlohn im Sauerland.  Dort bin ich als so genanntes „Schlüsselkind“ aufgewachsen.
  
Nach Handelsschulabschluss machte ich eine Lehre als Industriekaufmann, was mir später in meinem Beruf als Funkoffizier/Verwalter/Zahlmeister sehr zugute kam.
 
Nach der Lehre war ich 1962 bis 1965 drei Jahre als Zeitsoldat bei der Bun-deswehr; dort genoss ich u. a. eine Tastfunkausbildung und war im Einsatz im Fernmeldedienst (Funk-Aufklärung).  Es gefiel mir beim „Bund“ ganz gut, aber es waren dort m. E. zu viele Leute ohne Ahnung: zu viele Häuptlinge und zu wenig Indianer.
 
Nach dem Abschied vom Bund finanzierte ich von meiner für damalige Verhältnisse ganz guten Abfindung mein erstes Seefunk-Patent (SFSZ) 1965 in Bremerhaven und konnte dann, bedingt durch die seinerzeit exzellente Mangellage in der Handelsschifffahrt, sofort als F.O./Verw. bei Stinnes in der großen Fahrt einsteigen. 
 
Bin dann bis Mitte 1978 bei verschiedenen Reedereien (immer unter deut-scher Flagge; allein sieben Jahre bei der Hamburg-Süd) zur See gefahren; nur unterbrochen durch Schulbesuche 1972 in Bremen - SfZ 2. Klasse - und 1975 Elsfleth - SfZ 1. Klasse.

1978 bekam ich in Brasilien an Bord des MS „LLOYD ESTOCOLMO“ Hei-matpost mit der Nachricht, dass bei Norddeichradio noch Seefunker 1. Klasse eingestellt würden (möglichst unter 35 Jahre alt).  Meine damals mit-fahrende Verlobte meinte, ich sollte mich doch mal bewerben.  Na gut, gesagt getan; eine Woche später bekam ich ein Amts-Telegramm vom Fun-kamt, sobald ich wieder in Deutschland wäre, sollte ich mich sofort zwecks Vorstellungsgesprächen melden.

Wir sind dann im April 1978 in New York ausgestiegen und noch etliche Wochen mit Leihwagen durch die USA gereist und flogen anschließend von NY wieder in die Heimat.
 
Dann ging alles ganz schnell; am 1. Juli wurde ich bei der KüFust Norddeichradio angestellt, meine Verlobte bekam auch zum gleichen Datum eine Anstellung als Krankenschwester am hiesigen Krankenhaus und ist dort immer noch im Dienst.
 
Meine Berufswahl habe ich nie bereut; durch die lange Zeit bei Norddeichradio blieb ich der Seefahrt ja verbunden und erlebte Geschichte.
 
Die letzten zwei Jahre (Ende 1996 bis Ende 1998) bekam ich noch die Chance, etwas ganz anderes zu tun.  Man bot mir an zu versuchen, die Kurzwellen-Sender in Jülich weltweit zu vermarkten.

Die Deutsche Welle hatte sich (bedingt durch die Wiedervereinigung) aus Jülich zu den KW-Sendern nach Nauen/Potsdam verabschiedet und nun gingen in Jülich die Lichter aus.  Diese Tätigkeit war genau „mein Ding“; habe das bis Ende 1998 recht erfolgreich betrieben.
 
Dann war endgültig Feierabend bei Norddeichradio; ein Stück große Ge-schichte ging zu Ende!
 
Altersbedingt konnte ich dann mit 55 in den so genannten Vorruhestand mit  Überbrückungsgeld gehen; die damaligen Verträge hierzu waren fantastisch; man hätte wirklich richtig „bekloppt“ sein müssen, diese Bedingungen nicht zu akzeptieren.
 
Ab 1. September 2003 bin ich nun offiziell Rentner und ganz zufrieden.

*  *  *
 
Vier wahre Storys aus der Seefahrt:

Äquatortaufe

Die Äquatortaufe ist wohl eines der ältesten Rituale der „Christlichen Seefahrt“.  In alten Segelschiff-Zeiten muss die Taufe teilweise recht grausam gewesen sein; die Menschen damals waren nicht gerade zimperlich.  Die Täuflinge wurden oft „kielgeholt“, d.h., sie wurden gefesselt und an einem „Tampen“ (Seil) an einer Seite des Schiffes ins Meer geworfen und quer unter dem Schiffskiel zur anderen Seite wieder an Bord „geholt“.  Alten Ü-berlieferungen zufolge soll so manch ein braver Seemann dabei sein Leben gelassen haben.  Für unsere „Altvorderen“ war das wohl ganz „normaler Verschleiß“!
 
Später in der Dampfschifffahrt und ebenso in der dann beginnenden Motorenfahrt waren Äquatortaufen auch kein „Zuckerschlecken“.  Die „Scherze und Schikanen“ waren wohl nicht mehr lebensgefährlich, aber als Täufling musste man schon gut was einstecken können.
 
Auf einem langen Seetörn freute sich jeder über eine Abwechslung, die Taufe musste schon etwas „hart“ ausfallen; beim abendlichen Äquator-Essen (und -Trinken) waren alle wieder happy und sämtliche „Misshand-lungen“ waren vergessen.
 
Der Sinn der Taufe war (kurz gesagt), denjenigen, der den Äquator in Richtung Süden überquerte, vom „Dreck und Staub der nördlichen Halbkugel“ zu befreien.  Neptun, der „Herrscher aller Meere“, konnte es nun mal gar nicht vertragen, dass schmutzige, nicht getaufte Nord-Bewohner in diesem Zustand die südliche Halbkugel betraten.
 
Nun, es wird sicher noch andere Erklärungen für dieses Ritual geben, aber belassen wir es einmal dabei.  In jeder Gesellschaft gab (und gibt) es ähnliche Riten bzw. Mutproben.  Solange keinem ernsthaft dabei etwas passiert und es beim zugegebenermaßen auch teilweise „groben Spaß“ bleibt, ist m. E. dagegen ja auch nichts einzuwenden.
 
Meine Taufe fand an Bord des MS „BARBARA“ Anfang August 1966 statt.  Die BARBARA war ein in den 50er Jahren gebauter Stückgut-Frachter von ca. 5.000 BRT, d.h., wir konnten in vier Luken ca. 10.000 tons Ladung über die Meere „karren“.  Das Schiff war ca. 150 m lang und ca. 17 m breit,  zwei Luken vorne,  die Aufbauten einschließlich Maschine, Brücke, Kombüse, Messen, Offz./Ing.-Kammern bzw. Uffz./Assi.-Kammern mittschiffs, dann noch zwei Luken achtern und ganz achtern nochmals Aufbauten mit Mann-schafts-Kammern, allgemein „berüchtigt“ als „Hotel zur Schraube“.  Die Be-satzung zählte ca. 40 Mann. ! 2x ca.

Wir fuhren seinerzeit in Charter für die große niederländische Reederei „KNSM“ in der Fahrt „Ostküste/USA – Kanada / Große Seen – Karibik / Mittel- u. Südamerika / Westküste Südamerika“; ein absoluter „Wahnsinns-Trip“, von dem in anderen Geschichten noch zu berichten sein wird!

Das Schiff war ein richtig ehrlicher „Arbeits-Dampfer“ mit ca. 11 Knoten (et-was unter 20 km/h) Durchschnittsgeschwindigkeit und - bedingt durch die „Kisten-u-Kasten-Ladung“ - immer ziemlich ausgedehnten Liegezeiten in den einzelnen Häfen, aber auch - wetter- und geschwindigkeitsbedingt - recht langen Seetörns.
 
Wir hatten gerade eine mehrtägige wilde Liegezeit im Hafen von Buena-Ventura an der Westküste (Pazifik-Seite) von Kolumbien hinter uns und fuh-ren nun weiter in südlicher Richtung nach Callao/Peru (Hafen von Lima).  In ca. drei Tagen würden wir an der ecuadorianischen Küste also den Äquator passieren.
 
Der „Alte“ (Kapitän) hatte für die Taufe „grünes Licht“ gegeben; auf unserem Dampfer machten die haarsträubendsten Gerüchte über die zu erwartende Zahl der Schwerverletzten die Runde, und es begann ein reges geschäftiges Treiben.

Die Besatzung war nun natürlich in zwei Lager gespalten: Auf der einen Seite die bereits getauften Seeleute mit „Taufschein“, also u. a die aktiven Täufer, auf der anderen Seite der ungetaufte Rest, die armen Täuflinge ohne schriftlichen Nachweis über eine überstandene Äquatortaufe.                

Es war ein ungeschriebenes Gesetz bei der Seefahrt, dass jeder seinen Äquator-Taufschein bei sich zu führen hatte, bzw. dass die Vorlage des Zettels evtl. im Seefahrtbuch amtlich dokumentiert war.  Wer also irgendwann bereits mal getauft worden war (oder es behauptete), und es nicht beweisen konnte, hatte eben Pech gehabt und galt als ungetauft!
 
Außerdem wurde dieser Brauch längst nicht auf allen Schiffen der damals noch sehr großen deutschen Handelsmarine praktiziert; (1966 ca. 50.000 Mann) so dass auch bei uns an Bord noch etliche langjährig „befahrene“ alte Hasen ganz schön „ins Frieren“ kamen. Das Verhältnis „getauft / unge-tauft“ auf der BARBARA betrug damals etwa „fifty / fifty“!
 
Die ganzen mehrtägigen Vorbereitungen auf das große Fest (wobei dem Bier natürlich seitens der „Aktiven“ schon reichlich zugesprochen wurde) liefen also schon auf unsere Kosten; wir schmutzigen „Nordhalbkugler“ wussten es bloß noch nicht!
 
Um eine solche Taufe „zünftig“ durchzuführen, war wirklich auch eine Men-ge Arbeit erforderlich.  Erstmal mussten die Rollen der Akteure verteilt und besprochen werden; dann waren die Kostüme und Utensilien anzufertigen, die einzelnen Stationen aufzubauen und und und ...!
 
Unser 1. Offizier wurde vom Kapitän außerdem dazu vergattert, für die Sicherheit vor und während der Taufe zu sorgen, d.h., unter anderem aufzupassen, dass die Schikanen nicht ausarteten bzw. dass die Akteure sich nicht schon „vor und während“ zu sehr beschluckten!
 
Um im Folgenden alles einigermaßen zu verstehen, muss ich jetzt die Ak-teure der einzelnen Stationen aufzählen:
Chef und „Herrscher aller Meere, Flüsse und Seen“ NEPTUN und seine lie-be Frau THETIS, der DOKTOR mit „Kranken-Pfleger“, der STERNGUCKER, der SCHMIED, der FRISEUR, die TÄUFER, der PASTOR und die als Wächter eingesetzten diversen POLIZISTEN und NEGER!
 
Der Tag des großen Ereignisses war also nun angebrochen; die BARBARA dampfte mit ca. 11 Knoten gen Süden, das Wetter war gut, zwar war der Himmel durchgehend grau bewölkt, aber es war niederschlagsfrei, ca. 25 Grad warm und fast windstill.
 
Nach dem Frühstück, so gegen 08:30 Uhr, ging's dann so ganz langsam zur Sache!  Die Polizisten und Neger, martialisch kostümiert bzw. schön schwarz angemalt und im Baströckchen, bewaffnet mit Holzknüppeln und Hanfseil-Peitschen, holten so nach und nach die einzelnen Täuflinge aus ihren Kammern bzw. von ihren Arbeitsplätzen ab und brachten sie mit mehr oder weniger „sanfter Gewalt“ in ein kleines „Deckshaus“ zum Vorschiff, das normalerweise als „Werkzeug-Schuppen“ benutzt wurde und mit allerlei Gerümpel - alte Farbeimer, gebrauchtes Tauwerk etc. - vollgestopft war.
 
Normal gearbeitet wurde heute natürlich nicht, der Wachbetrieb musste a-ber weiterlaufen; d.h., ein Ing. und ein Assi waren ständig unten im Maschi-nen-Fahrstand und ein Steuermann und Ausgucks-Mann auf der Brücke.  Ich persönlich hatte insofern einigermaßen Glück, dass ich meine von mor-gens bis abends immer zwei-um-zwei-stündigen international vorgeschriebenen Sicherheits-Hörwachen in der Funkstation wahrnehmen musste und nicht (da alleiniger Funk-Offz.) ersetzt werden konnte.  So wurde ich im Laufe des Tages etwa alle 1 ½ Stunden für gut 2 ½ Stunden aus dem Deckshaus freigelassen und konnte mich in der Funkbude wieder erholen.
 
Das Deckshaus hatte es schon „in sich“, wir Täuflinge wurden dort für die kommenden Strapazen so richtig schön weichgekocht!  Wir waren dort mit ca. 20 Mann (alle in Shorts / Badehose) wie die Ölsardinen in der Dose eingepfercht, es war stockdunkel und stank infernalisch nach Farbverdün-ner, Dreck und Altöl; außerdem herrschte ein Höllenkrach, die Neger und Polizisten lösten sich ständig ab und bearbeiteten das Dach mit zwei „Rostmaschinen“!  Zu essen und trinken gab's natürlich nichts, ab und zu wurde das Schott zwecks Frischluft mal geöffnet; es gab höhnische Kom-mentare und wir durften kurz zur Kenntnis nehmen, dass dem „Wachpersonal“ das kalte Bier schmeckte.

Meine Leidensgenossen beneideten mich selbstverständlich um mein Privi-leg der regelmäßigen „Pausen“ und wollten während meiner kurzen Aufent-halte im „Loch“ immer über alle draußen stattfindenden Ereignisse informiert werden.  Während meiner Funkwachen bekam ich die Vorbereitun-gen, geplanten Schikanen usw. natürlich einigermaßen mit; von meinen Bewachern wurde ich allerdings unter Androhung der furchtbarsten Folgen für meine Gesundheit zu strengstem Stillschweigen verdonnert!
 
Demzufolge „knallte“ ich mir in der Funkbude jedes mal etliche (in weiser Voraussicht vorher gebunkerten) Schotten-Wässerchen in den Kopf und sah deswegen den kommenden Dingen immer gelassener entgegen!

Um ca. 15:30 Uhr wurden wir nach gut siebenstündiger „Dunkelhaft“ dann endlich aus dem „Deckshaus-Knast“ gelassen und mit Stricken aneinan-dergefesselt in langer Reihe zum Achterschiff geführt.  Meine Leidensge-nossen waren inzwischen schon ziemlich „fertig“; die voreiligen Kommenta-re von morgens („Die schaffen mich nie!“, „Ich zahl' für diesen Scheiß doch nix!“, „Dat is' doch Kinnerkrom und Geldschneiderei!“ etc. pp) waren inzwi-schen längst verstummt!  Wir wurden nun unter mehr oder weniger derben „Püffen und Schlägen“ auf Luke 3 (Achterkante Aufbauten) verbracht und mussten uns dort - Gesicht Richtung Aufbauten - auf die Knie werfen.  Um unter „Neptuns“ Blicken würdig bestehen zu können, wurden wir in dieser Lage von unseren „Wächtern“ - die sämtlich schon gut „angeschickert“ waren - erstmal richtig „gesalbt“; d.h., mittels Farbrollen mit einer Mischung aus Altöl, Farbe, Bilgendreck, Graphit usw. „wunderschön“ eingeschmiert!  Es war bestimmt ein herrliches Bild; Proteste gab es kaum noch, wir hatten uns ziemlich alle mit unserem Schicksal abgefunden und warteten auf das Ende der Quälerei... aber... nun ging's ja erst los!

Es war ca. 16:00 Uhr, als die Schiffs-Sirene mit einem langen etwa einmi-nütigen Dauerton aufheulte.  Wir bekamen noch jeder ein paar lockere „Peitschenhiebe“ von den Negern und wurden mit lautem Gebrüll' belehrt, dass wir nun just den Äquator passierten und seine Majestät Neptun samt Gefolge sich die Ehre gäbe, unser (noch) dreckiges Schiff zwecks Inspekti-on zu betreten!
 
Vorne auf der Luke waren eine Art großer und kleiner Thron sowie ein im-posantes Stehpult aufgebaut.  Das Schiff war auch sonst prima dekoriert; überall bunte Fahnen und Wimpel, bemalte Planen etc., natürlich ebenfalls „über die Toppen“ geflaggt usw.!
 
Von der Steuerbord-Seite erschien nun zuerst unser Kapitän in voller „blau-goldener“ Uniform (mit Mütze und Schlips) und begab sich gemessenen Schrittes und mit „würdigem“ Gesichtsausdruck über eine angelegte breite Holztreppe auf die Luke.  Ein Neger in seinem Schlepptau trug ein kleines hölzernes Schiffs-Steuer und baute sich hinter dem Alten auf.  Von der Backbord-Seite rollten jetzt das Herrscherpaar Neptun und Thetis mit ihren „Mannen“ an!  Es war ein wahrhaft erhebender Anblick; ich versuche, eine einigermaßen plastische Beschreibung der Kostümierung der einzelnen Ak-teure hinzubekommen!

NEPTUN, in langes grau-grünes Sackleinen gehüllt, gegurtet mit „Fisch-Schwänzen“, Schwimmflossen an den Füßen, langes grünliches Haupthaar mit Silberkrone, langer wallender Bart und mit dem mannshohen obligatorischen „Dreizack“ als Zeichen seiner Würde in der linken Hand; ... THETIS, schnuckelig in weißem Laken, langes Blondhaar mit kleinem Goldkrönchen, Riesen-Busen, schön grell geschminkt, barfüßig mit angemalten Nägeln; ... der PASTOR, in langem schwarzem Talar mit weißem Kragen und schwar-zem Barett mit aufgemaltem Kreuz, unterm Arm eine riesige hölzerne „Bi-bel“; ... der DOKTOR, ganz in weiß, Hose, Kittel, großes Stethoskop um den Hals, riesiges Okular um die Stirn, mittlerer Gummihammer in der Kit-teltasche; ...  sein Pfleger, ebenfalls in weiß mit rot-verschmierter („Blut“) Schürze und diversen Instrumenten wie Hämmer, Zangen etc. am Gürtel;... der STERNGUCKER, hoher spitzer Hut, langer Umhang mit weiten Ärmeln, alles in blau mit aufgeklebten goldenen Sternen, Riesen-Teleskop (Pappe) um den Hals; ... der SCHMIED, bärtig, Cowboy-Hut, lange Lederschürze, „bewaffnet“ mit Hammer und Brenn-Eisen; ... der FRISEUR, weißer Um-hang, riesiges (Holz-) Rasiermesser und Pinsel; ... und die beiden TÄUFER, große kräftige Kerle, rotbraun angemalt, in Badehose; ... es war schon eine illustre „Schar“!

Der „Alte“ begrüßte Neptun nun ganz herzlich mit einigen markigen Sätzen und versicherte ihm, dass er und seine Besatzung sich von seinem Besuch sehr geehrt fühlten!  Für die Zeit der Inspektion übergab der Kapitän dem Meeresgott das Kommando über die BARBARA; als äußeres Zeichen dafür überreichte der Neger dem Neptun symbolisch das Holz-Steuer.  Neptun bedankte sich beim Kapitän und machte ihm klar, dass bei der jetzt folgen-den Äquator-Taufe das wichtigste für ihn und seine Mitarbeiter der prompte und stetige Getränke-Nachschub sei!
 
Die ganze „Tauf-Gang“ war inzwischen schon gut „unter Dampf“; Neptun befahl seinen „Mannen“: „Auf Station!“ und nahm auf seinem Thron Platz, seine Thetis setzte sich neben ihn auf ihr „Thrönchen“.  Der Pastor sprach nun noch ein paar Worte zu uns „Ungetauften“ und sparte dabei nicht mit Kraftausdrücken; dann mussten wir uns wieder flach auf den Bauch legen.
Die richtige „Folter-Arie“ konnte nun beginnen.

Man muss sich die ganze Zeremonie nun etwa wie einen Hindernis-Lauf mit mehreren Hindernissen unterschiedlicher Schwierigkeit (Stationen) vorstellen.
 
Da ich in nächster Zukunft wieder auf Wache musste, hatte ich die Start-nummer eins.  Außerdem muss ich gestehen, dass man mich zwar nicht gerade mit Samthandschuhen anfasste; ich hatte aber den Eindruck, dass ich im Gegensatz zu einigen anderen Täuflingen etwas milder behandelt wurde.  Es könnte damit zu tun gehabt haben, dass ich als F.O./Verwalter u. a. verantwortlich für die Heuer-Vorschüsse und Kantine war; einige der Akteure hielten sich da bei mir wohl ein kleines bisschen zurück.  Zudem hatte ich (wie vorher erwähnt) selbst schon einen guten „Glimmer“, so dass mich das alles nicht sonderlich „juckte“! 

Auf das Kommando des Pastors „Ab zur Taufe!“ wurde ich von zwei Polizisten hochgerissen und zur 1. Station geschleift.  Es war ein ca. 4 m langer an beiden Enden offener leinener „Windsack“ von ca. 75 cm Durchmesser, da musste ich nun erstmal durchkrabbeln.  Als ich bäuchlings voraus darin verschwunden war bekam ich von achtern mittels eines Deckwasch-Schlauches einen satten Strahl Seewasser, von oben und von den Seiten gab es Hiebe und Tritte und von vorne kam noch ein nicht ganz so harter Wasserstrahl.  Ich will nicht gerade behaupten, dass ich „in Panik“ kam, a-ber das Wasser stieg ziemlich schnell und es stellte sich schon eine gewis-se Platzangst bei mir ein.  Jetzt zahlte sich die militärische Ausbildung der „Gangarten“ beim Bund aus - ich robbte ziemlich schnell durch den Sack!

Am anderen Ende wurde ich von den Polizisten sofort wieder beidseitig geschnappt und es folgte die (übrigens bei jeder Station obligatorische) Frage: „Was schreibst du freiwillig?“  Das hieß soviel wie: Wie viele Flaschen Bier gibst du „freiwillig“ aus  - wenn du zu geizig bist, wird diese Station wieder-holt!  ½ Kiste war hier mein Obolus, es wurde dem Pastor zugerufen, er no-tierte penibel!

Nun ging's mit Eskorte zügig weiter zur zweiten, der Krankenstation mit Doktor und Sanitäter.  Ich musste mich auf eine aus Stauholz grob zusam-mengezimmerte Pritsche setzen, dann begann der Doktor mit der „General-Untersuchung“.  Er klopfte mich erstmal mit seinem Gummihammer von den Füßen bis zum Hals nicht sonderlich zärtlich ab, seine Kommentare dazu waren auch nicht gerade als akademisch zu bezeichnen: „Scheiß-Reflexe, zu fett, Saufleber usw.“  Der „Pfleger“ hatte mir inzwischen die Hände auf dem Rücken zusammengebunden, in meiner derzeitigen Lage nahm ich das gar nicht bewusst wahr!  Nun nahm sich der liebe Doktor mit Hilfe seines Pflegers meinen Kopf vor; die Ohren wurden schön mit „Stau-cherfett“ vollgeschmiert, die Nase etwas hin und her gebogen und alle (au-ßer mir) hatten furchtbar viel Spaß!
 
Der „Arzt“ war wirklich sehr um meine Gesundheit besorgt, deshalb musste ich auch noch meine Medizin schlucken.  Die wurde nun in Form einer „Pil-le“ in der Größe einer kleinen Frikadelle „verabreicht“.  Der Pfleger drückte mir links und rechts mit beiden Händen die Kiefer auseinander und der net-te „Doc“ schob mir die „Pille“ zwischen die Zähne.  Es war fürchterlich, ich konnte mich nicht wehren und musste die „bittere Medizin“ schlucken, bes-ser gesagt „runterwürgen“.

Sie schmeckte grauenhaft; laut späterer Aussage des Kochs bestanden die „Tabletten“ aus durchgedrehten Fischabfällen, Sägemehl, viel Salz, Pfeffer, Tabasco und div. anderen „Indrigenzien“; nur mein gesunder Magen und die vorherigen vielen „Scotch“ ersparten mir sofortiges Erbrechen.
 
Was nun folgte, war (im Nachhinein überdacht) eigentlich das „perfideste“ an der ganzen Taufe.  Ich hatte – Gott sei Dank - diese „Kiste“ während der Vorbereitungen durchschaut und wusste, dass sie harmlos war.  Ich versichere aber, dass alle mir nachfolgenden Täuflinge „wie am Spieß“ gebrüllt haben, als sie hier an der Reihe waren.
 
Neben der Krankenstation stand hinter einem mit Persenning bis zum Bo-den abgedecktem Bohlentisch der „Schmied“ und hantierte mit einem lan-gen Brenneisen, das am Ende die Form eines kleinen Kreuzes hatte und in einem alten mit glühender Holzkohle gefüllten Ölfass heiß gehalten wurde.  Ein Neger assistierte ihm.  Ich war inzwischen von unseren „Medizinern“ mit meinen gefesselten Händen bäuchlings auf die Pritsche gedreht worden, Kopf nach unten ohne Sicht zum Schmied.  Der lief nun mit dem rot glü-henden Brenneisen vor meine Pritsche, fuchtelte mir mit dem Eisen vorm Gesicht herum und erklärte sinngemäß, dass ich unwürdiger, dreckiger, nichtsnutziger Schmierfink nun das „Kreuz des Südens“ auf alle Ewigkeit in den A... (Hintern) gebrannt bekommen würde.

Dann trat er aus meinem Blickfeld hinter mich, die Badehose wurde mir ü-ber die Hinterbacken gezogen und dann verspürte ich einen heftigen Schmerz auf meiner rechten Pobacke; es zischte ordentlich und ich brüllte „pflichtgemäß“.
 
Trotz meines „Insider-Wissens“ war ich etwas geschockt, die anderen „Deliquenten“ versicherten anschließend glaubhaft, sie hätten in dem Moment geglaubt, sie wären „gebrannt“ worden.
 
Hinter seinem Tisch hatte der Schmied noch ein identisches Eisen in einem Eimer mit Eiswasser verborgen, das eiskalte Eisen wurde dem Täufling auf die Hinterbacke gedrückt, gleichzeitig hielt der Neger das heiße Eisen in ein mit einem Öl/Wasser gefülltes Gefäß, so dass es schön zischte und nach verbranntem Fett stank.  Ob man nun ein eiskaltes oder glühend heißes Teil auf die nackte Haut gesetzt bekommt, der erste ans Gehirn gegebene Reflex ist der gleiche: Schock-Schmerz!  Wenn dann noch Zischen und Gestank hinzukommt, meint jeder, er hätte wirklich ein Brandzeichen erhalten!  Es war schon eine wirklich gemeine Geschichte!  Nach der „Frage“ schrieb ich freiwillig 1 und ½ Kiste, der Pastor notierte!

Hose übern Hintern und weiter ging's zum Sterngucker!  Dort wurde ich auf einen Hocker gesetzt, der Sterngucker stülpte mir einen nach oben offenen Glaskasten über den Kopf, der am Hals mit einer Gummi-Manschette zugezogen wurde.  Nun musste ich nach oben zum Himmel gucken und bekam das große „Papp-Teleskop“ abwechselnd mit der Frage vor die Augen gehalten, ob ich denn wohl das „Kreuz des Südens“ sehen würde.  Gleich-zeitig wurde Wasser in den Glaskasten gekippt, welches nun langsam über Mund und Nase stieg.  Da kam schon etwas Panik auf; ich sah jede Menge „Sterne“ und konnte nur „Zwei Kisten!“ prusten, der Pastor notierte!
 
Inzwischen herrschte an Deck natürlich reges Leben, Geschrei und Geläch-ter; es ging „Zug um Zug“, alle bereits hinter mir liegenden Stationen hatten weitere Täuflinge „in der Mangel“.  Es lief nun wie am Fließband, die „schwer arbeitenden“ Akteure wurden immer lustiger, der Getränke-Nachschub lief wohl gut.  Unser 1. Offz. kreiste um die Truppe wie ein Schäferhund um seine Herde und hatte ab und zu seine liebe Not, die Täu-fer von zu „harten“ Aktionen abzuhalten bzw. zu bremsen.

Ich war inzwischen ziemlich „fix und alle“ und musste jetzt auf die Luke zum Friseur.  Der hatte seinen Stuhl am Ende der Luke aufgebaut, direkt hinter ihm zwischen Luke 3 und 4 war das Taufbecken.

Es war ein ca. 2,50 x 2 m und ca. 1,50 m hohes aus Latten zusammenge-zimmertes und mit Persenning ausgekleidetes, mit Seewasser gefülltes Bassin.  Die Ladebäume von Luke 4 waren so gestellt worden, dass eine Rolle mit einem „Tampen“ (Tau) direkt darüber hing.

Ich musste mich nun auf den Friseurstuhl setzen, Rücken zum direkt dahin-ter unten aufgebauten Taufbecken.  Der Friseur klatschte mir meine Haare und mein Gesicht nun so richtig schön mit beißendem Seifenschaum voll und begann dann seine recht schmerzhafte „Holzmesser“-Rasur.

Inzwischen war ich durch die vorhergegangenen Strapazen ziemlich „wil-lenlos“ geworden und sah die Umgebung nur noch wie durch einen Schlei-er.  Dass mir während der Barbiererei ein Strick um den rechten Fuß gebunden wurde, bekam ich gar nicht richtig mit.  Nachdem ich die obligatorische Frage mit „1 Kiste“ beantwortet hatte, stieß mich der Friseur rücklings von meinem Stuhl ins Taufbecken.

Die beiden „baumlangen“ Täufer nahmen mich „freundlich“ in Empfang und tauchten mich erstmal kopfüber unter Wasser.  Obwohl ich auch recht kräf-tig proportioniert bin, war wehren zwecklos.  Als ich es kurz versuchte, fing mein rechtes Bein auf einmal an, nach oben zu schweben.  Der an ihm befestigte Tampen lief über die oben hängende Rolle, ein seitlich postierter Neger brauchte nur kräftig zu ziehen; ich war völlig hilflos, würgte und spuckte und hing mit den Beinen nach oben wehrlos im Wasser.  Es war die Hölle, ich konnte nur eine Hand mit ausgestreckten zwei Fingern (zwei Kisten!) nach oben halten; gnädigerweise ließ man es dann dabei bewen-den!

Ausnahmslos alle Täuflinge waren spätestens hier im Taufbecken mit ihrem evtl. noch vorhandenen Widerstand am Ende!  Hier wurde uns bewiesen, dass wir „zerbrochen“ waren und das taten (bzw. „schrieben“) was die Täu-fer wollten, der eigene Wille war weg!

Am schlimmsten traf es unseren 2. Ing., einen Kerl wie ein Bär.  Er hatte vorher am meisten „rumgetönt“, dass von ihm nicht eine Flasche Bier zu erwarten sei; im Becken „schrieb“ er alles, was man von ihm wollte.  Die vielen zusammengekommenen Kisten Bier brauchten anschließend natür-lich nicht alle bezahlt werden und wurden auf ein vertretbares Maß zusammengestrichen, aber uns Täuflingen wurde damit nur klargemacht, dass wir voll in „Neptuns Hand“ waren!

Nachdem man mich nun endlich aus dem Taufbecken entlassen hatte, musste ich noch (fast kriechend) zum Herrscherpaar, dem ich nach „be-standener“ Taufe die Reverenz erweisen musste.  Thetis knallte mir „huld-voll“ welche um die Ohren und ich muss ihr die dick mit Staucherfett einge-schmierten Füßchen küssen.  Neptun freute sich und nuckelte „hoheitsvoll“ an seiner Bierflasche.

Zu guter letzt wankte ich noch zu dem hinter seinem Podest stehenden Pastor.  Der beschied mir nun: „Hiermit taufe ich Dich auf den Namen „Qualle“!“ (Jeder Täufling bekam einen Fischnamen, mit meinem musste ich nun leben!)
 
Des Pastors letzte Amtshandlung bestand dann darin, mich das während der Zeremonie aufgelaufene „Bier-Ticket“ unterschreiben zu lassen und mir dann noch die „Holz-Bibel“ leicht auf den Schädel zu donnern.
Das war's dann, ich war entlassen!

Selten hat mir eine kalte Flasche Bier so gut geschmeckt wie die erste nach dieser „Tauf-Tour“!!!

Bis alle „Brüder im Leid“ getauft waren, verging noch einige Zeit.  Beim Zuschauen waren die Strapazen bald vergessen, der Mensch ist ja von Haus aus schadenfroh.

Abends fand dann an Deck eine Riesen-Äquator-Party statt; Grill und Getränke vom feinsten; Ausgabe der Taufscheine, Shanty-Gesänge, deftige „Storys“ wurden „vertellt“ und die ganze Crew war „ HAPPY“!

.-.-.  --... ...--  ...-.-

*  *  *

Geschichten aus der Seefahrt, by: Udo Tjardes „Paletti“

Geburtstag in Tokio     -  28. August 1972
Seit etlichen Tagen lagen wir mit dem Kühlschiff „POLAR URUGUAY“ im Hafen von Tokio und löschten gefrorenen Fisch, den wir teils in Las Palmas auf Gran Canaria bzw. Spanisch-Sahara von etlichen großen japanischen  Fischfabrik-Schiffen und von kleinen japanischen Fischtrawlern übernommen hatten.  Außerdem hatten wir in den unteren Kühldecks noch ca. 2.000 tons Gefrierhähnchen aus Bulgarien zu löschen.
 
Da hier an der Kühlpier nur am Tage von 07:30 bis 16:30 Uhr gearbeitet wurde, ergaben sich natürlich entsprechend lange Liegezeiten, von denen in der heutigen hektischen Seefahrt Seeleute höchstens mal träumen kön-nen!

Ich selber fuhr hier schon über ein halbes Jahr als Funk-Offz./Verwalter (d.h. außer Funker noch Zahlmeister und „Speckschneider“); und alle, mit denen ich gut klarkam (also fast die gesamte 30-köpfige Besatzung, wirklich!), waren natürlich in höchstem Maße daran interessiert, mich an meinem heutigen Geburtstag mal so richtig zur Ader bzw. zum Gelde zu lassen.

Vorher hatte ich schon ordentlich Reklame damit gemacht, dass ich meinen Geburtstag an Land feiern würde; mit japanischen Spezialitäten wie Sushi (roher Fisch mit diversen Sößchen) und plenty heißem Sake (japanischer Reiswein).

Von einem mir bekannten japanischen Zollbeamten hatte ich mir einen diesbezüglichen Zettel in japanischer Schrift über die o. g. Wünsche schrei-ben lassen.  Mit diesem Zettel in der Tasche ging ich nun morgens erstmal alleine an Land, um eine entsprechende Kneipe für die Geburtstagsfeier auszugucken.  Der Zöllner hatte mir erklärt, ich solle zuerst per Taxi zum zentralen Busbahnhof von Tokio fahren; da solle ich dann mit Hilfe seines Zettels rumfragen, es gäbe dort in der Gegend jede Menge gute „Sushi-Lokale“.

So ca. 10:00 Uhr morgens stand ich also am zentralen Busbahnhof von Tokio; um mich herum brauste das pulsierende Großstadtleben, und ich kam mir - ehrlich gesagt - etwas dumm und verloren vor.

Irgendwo gegenüber in dem Gewimmel und unter den vielen japanischen Schriftzeichen entdeckte ich ein Schild „Coffee-Shop“ und dachte mir: „Egal, irgendwo musst du ja mal anfangen!“

Ich also rüber und rein in den Laden.  Es handelte sich um eine hochmo-derne Imbissbude a' la „McDonalds“ mit etlichen Tischen und langem Tre-sen, um diese Zeit noch recht mäßig besucht; ich bestellte „One coffee please!“  Die hübsche kleine Japanerin schob mir eine Tasse Kaffee rüber.  Ich bezahlte gleich und zeigte ihr den erwähnten Zettel mit den japanischen „Micky-Maus-Zeichen“.  Sie strahlte mich lächelnd an, freute sich offensicht-lich riesig, und erzählte mir auf perfekt japanisch irgendwelche Geschichten.  Tja, englisch, spanisch und evtl. portugiesisch hätte ich ja vielleicht begriffen, aber das hatte ich nun leider nicht drauf.

Zirka zwei Meter weiter rechts von mir stand ein sehr seriös aussehender älterer japanischer Herr vor seinem Kaffee am Tresen und beobachtete of-fensichtlich amüsiert meine Verständigungs-Klimmzüge.  In Englisch misch-te er sich nun ein und fragte mich, ob er behilflich sein könne.  Hocherfreut gab ich ihm den Zettel und erklärte ihm meine Wünsche.  Als er hörte, dass ich Deutscher sei und außerdem heute noch Geburtstag habe, verklärten sich seine Gesichtszüge.  „Oh, oh, Duitsi Duitsi, ok ok, come with me, i show you the right place for your birthday-party!“  „Nun gut, es ist `nen Ver-such wert!“, dachte ich.  Wir also raus aus dem Laden, rin in das City-Gewimmel, durch enge Gassen voller geschäftiger Japaner/innen - ich im-mer im Schlepptau meines neuen seriösen Freundes, welcher dem Habitus nach (dunkler Anzug, Krawatte) offensichtlich ein Manager bzw. Banker war.   Schließlich landeten wir vor einem unscheinbar aussehenden Laden, dessen Tür total mit langen Stoff-Fahnen mit diversen japanisch-chinesischen Schriftzeichen verhängt war.  Nie und nimmer wäre ich darauf gekommen, dass das ein Sushi-Lokal sein könne.  Ich hätte den Laden oh-ne Hilfe nie gefunden.

Wir also rein in die „Bude“.  Ich staunte mächtig.  Es war ein kleines blitz-sauberes Lokal; links eine chromfunkelnde etwa sechs Meter über die gan-ze Länge reichende Theke voller Glasauslagen mit Fischen, Gemüsen, bunten Soßen usw., eine richtige Augenweide!
 
Mein neuer Bekannter schien hier heimisch zu sein, die Chefin, „Mama-san“, eine nette ältere Dame in weiß, verbeugte sich „Ich-weiss-nicht-wievielmal“ vor ihm und begrüßte ihn richtig respektvoll, aber scheinbar! auch sehr herzlich.
 
Rechts von der mächtigen Theke standen noch fünf Tischchen, der ganze Laden hatte vielleicht so 50 qm.  Es war jetzt etwa 11:00 Uhr morgens.  Mein neuer Freund hatte mir übrigens in aller Form (mit gegenseitigen Ver-beugungen, alles sehr höflich) zum Geburtstag gratuliert; und nun ging's also zur Sache!

Mr. Akhashi (so hieß der gute Mann meiner Erinnerung nach) war sehr stolz auf „sein“ Restaurant und wollte mir nun alles richtig erklären und de-monstrieren, wogegen ich nun wirklich gar nichts einzuwenden hatte.  Wir waren um diese Zeit noch die einzigen Gäste.  Eine jüngere Bedienung und ein „Fischkoch“ in weiß standen noch hinterm Buffet, und nun brachte „Mama-san“ uns den ersten Krug mit heißem Sake (Reiswein).  Man trinkt ihn aus kleinen Tongefäßen, schätze mal ca. 100-ml / 5-Schnäpse.  Zuerst schmeckt das Zeug ja etwas „muffig“, aber wenn man sich „eingetrunken“ hat, etwa nach dem 3. bis 4. Krug, schmeckt Sake hervorragend; man kann richtig süchtig danach werden.  Draußen war es übrigens ein richtiger hei-ßer Sommertag mit sicher 25 bis 28 Grad, aber hier in dem Laden war es schön kühl mit air-condition.

Nun legte Mr. A aber richtig los, nach dem ersten Töpfchen Sake wurde Sushi aufgefahren.  Er erklärte mir auch immer bei jedem Häppchen die Fischsorte bzw. Körperpartie des betreffenden Fisches, die Zusammenset-zung der Soßen und Gemüsezutaten etc. pp., wir hatten hauchdünne Scheibchen vom Thunfisch, Hai, Wal und was noch immer, garniert mit Al-gen, Seetang-Blättern, Soja in jeder Form und jede Menge Sößchen von mild bis höllenscharf - es war eine „Probier-Orgie“, sie dauerte so bis etwa 14:00 Uhr.

Der Sake-Topf wurde nicht leer und mein Gönner aus Tokio schien einen Heidenspaß mit mir zu haben.  Inzwischen waren natürlich auch noch an-dere Gäste in dem Lokal; jeder hatte noch Rezepte bzw. Ratschläge beizusteuern und alle waren fröhlich und freuten sich mit Mr. A über den deut-schen Geburtstags-Seefahrer.

Na ja, alles hat einmal ein Ende; ich hatte Mr. A ja gesagt, dass ich mit der Crew abends feiern wollte und wieder an Bord müsse; er schrieb mir die Adresse von diesem Laden auf und begleitete mich noch zu einem Taxi.  Wir verabschiedeten uns rührend (der Reiswein wirkte inzwischen auch schon) und Mr. A legte mir noch mal ausdrücklich ans Herz, nun auch wirklich heute Abend in „seinem“ Sushi-Laden mit meinen Bordkameraden zu erscheinen und original japanisch zu essen und trinken, was ich ihm dann auch ehrenwörtlich versprach.

So gegen 15:00 Uhr - richtig zur „coffee-time“ - war ich dann wieder an Bord und gab allen interessierten Leuten Bescheid, dass meine „japani-sche“ Geburtstagsfeier heute Abend an Land stattfinden würde, Start mit diversen Taxen um 18:30 Uhr.

Es kamen mit mir zwölf Mann zusammen: 2. u. 3. Offz., 2. u. 3. Ing., „Blitz“ (Elektriker), 2 Ing.-Assis, SBM (Schiffsbetriebsmeister), Bootsmann und zwei Schmierer (Motoren-Wärter); alle natürlich ganz heiß darauf, den Fun-ker nun mal so richtig zu schädigen bzw. abzukochen!

Mit drei Taxen fuhren wir nun ohne Probleme zu meinem ausgewählten Sushi-Laden und kamen dort so kurz nach 19:00 Uhr an.  „Mama-san“ be-grüßte uns herzlich auf japanisch und brachte jedem sofort ein Töpfchen Sake.  Die ganze Theke war nun fest in deutscher Hand!  Was soll ich sa-gen, nun legten die Burschen so richtig los.  Es wurde ein Fress- und Sauf-gelage, dass sich mir allmählich die Nackenhaare sträubten.  Teilweise hat-te ich den Eindruck, es würde für meine Gäste nie wieder im Leben etwas Fisch zu essen oder Reiswein zu trinken geben.  „Mama-san“ hatte richtig Mühe, mit dem „Sake-kochen“ nachzukommen; sämtliche Sushi-Gerichte wurden verputzt usw. usw., es war unbeschreiblich.  Die Stimmung stieg im Laufe der Zeit natürlich auch entsprechend, kernige Lieder erklangen und auch die anderen japanischen Gäste schienen viel Spaß an unserer Art des Feierns und an den Shanty-Gesängen der vom Sake beschwipsten Ger-manen zu haben.  Es war also eine richtige „Runde Fete“; und ich sah manchmal vor meinem geistigen Auge die 10.000-Yen-Scheine (damals so ca. DM 100,-) aus meiner Brieftasche flitzen.  Tokio war wirklich nicht billig, besonders solche Spezialitäten hatten ihren guten Preis.

So nach ungefähr drei Stunden ging in uns wirklich nichts mehr rein!  Nach einigen Mühen überredete ich die ganze Gang dazu, das Lokal nun doch zu wechseln.  In der Nähe sollte sich noch ein auf „Bayrisch Hofbräuhaus“ gemachter Bier-Schuppen befinden, da wollte ich dann noch einen „Absacker“ ausgeben.  Alle Mann waren damit mehr als einverstanden; nach dem vielen Fisch und Reiswein hatten sie jetzt alle einen ordentlichen Bierdurst!

Nun gut, die Crew drängte zum Ausgang; und für mich kam ja hier nun die „Stunde der Wahrheit“; schließlich musste ich den ganzen Spaß ja nun auch bezahlen.  Ich rechnete mit umgerechnet so ca. 600 bis 800 DM, für damalige (und heutige) Verhältnisse eine Menge Geld - aber das hatte ich vorher einkalkuliert und das war mir der Abend wert!  Also versuchte ich nun, bei „Mama-san“ mein Geld loszuwerden.

„Mama-san“ lächelte mich an, verbeugte sich pausenlos und erzählte mir ganz viel auf Japanisch.  No, no, no - das verstand ich ja, aber wieso?  Na, mit Hilfe eines anderen Gastes, der etwas Englisch konnte, kam ich endlich dahinter, dass „Mama-san“ von mir nicht einen müden Yen wollte.  Die ganze Party war bezahlt von meinem vormittäglichen Gönner Mr. Akhashi; er hatte „Mama-san“ Order gegeben, alle meine Ausgaben über sein Spesen-Konto laufen zu lassen!  Tja, das war echt ein Hammer!  Mr. A wird sich eventuell über die Summe gewundert haben oder auch nicht; er hatte sie sicher übrig und mochte mich wohl leiden!  Da er ja nicht anwesend war, konnte ich ihm nur telepatisch danken und Mama-san noch herzliche! Grüße an ihn ausrichten lassen.  Der Bootsmann, der zur Feier des Tages besonders hart zugelangt hatte, war vor Neid ganz gelb geworden und meinte nur: „Das sollte unsereinem mal auf dem St.-Pauli-Kiez passieren!“

Nun ging's weiter, der Geburtstag war ja noch nicht vorbei!  Wir hatten ja zwei Nautiker unter uns; durch deren geschickte Navigation gelangten wir nun wirklich mit „all hands“ in den erwähnten auf bayerisch getrimmten Bierschuppen.  Es herrschte dort so richtige Festzelt-Stimmung, großer Saal, mächtige lange Holztische und Bier aus Maß-Krügen.  Der Raum war gut gefüllt, man sah auch etliche Europäer bzw. Amerikaner, aber so um 75 Prozent waren Bier trinkende Japaner.  Wir erwischten dann - Gott sei Dank - auch noch einigermaßen gute Plätze an einem langen Tisch am Rande des Saales.  Unter uns saßen zwei „mittelalterliche“ fröhliche japanische Herren, welche offensichtlich schon etliche Maß intus hatten, und die richtig „happy“ waren, sich auf einmal in einer Runde deutscher Männer zu befinden.  Eine Maß gab die andere, sie begriffen schnell, dass es mein Geburtstag war; und es wurde auch hier richtig lustig.  Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir das alte deutsche Volkslied „Wenn alle Brünn-lein fließen“ inbrünstig und sehr melodiös schmetterten, wir in Deutsch und „lalala“ und die beiden in perfektem Japanisch.  Etliche andere Lieder folg-ten in ähnlicher Form.  So langsam ging es nun auf Mitternacht.  Die beiden japanischen Kameraden hatten sich gerade verabschiedet, und nun kam der zweite dicke Hammer des Abends.  Es ist ein Tatsachen-Bericht (kein Seemannsgarn)!  Als ich die inzwischen erheblich angewachsene Zeche bezahlen wollte, wurde ich wieder mein Geld nicht los!  Wie mir die Kellne-rin erklärte, hatten unsere beiden japanischen Zechgenossen an diesem Abend wohl soviel „Spaß an der Freude“ gehabt, dass sie vor ihrem Ab-schied spontan unsere gesamte Zeche bereits beglichen hatten.  Es war wirklich nicht zu begreifen, alle waren „geplättet“, der Bootsmann war in seinem langen Seemannsleben wohl erstmals richtig fassungslos (siehe oben)!

Auf dem Heimweg an Bord (es war bereits nach Mitternacht) stoppten wir dann noch in der Nähe unseres Liegeplatzes gemeinsam in einer kleinen Hafenkneipe; da ist es mir dann endlich gelungen, noch eine Runde Bier und Schnaps zu bezahlen.  Der gute Wille war ja immer vorhanden!

Dieser, mein 29. Geburtstag in Tokio, hat sich bis heute in mein Langzeit-Gedächtnis gebrannt; ich werde ihn immer in guter Erinnerung behalten!  

*  *  *

Passagiers-Essen    (Die Rache des Chief-Stewards)
Diese Geschichte ereignete sich 1969 an Bord des M/S „CAP ROCA“.
Die Namen der Hauptakteure wurden geringfügig geändert.

Die CAP ROCA war ein Ende der fünfziger Jahre gebauter Stückgut-Frachter von 6.500 BRT. Sie war ein im wahrsten Sinne des Wortes schö-nes Schiff, ca. 160 Meter lang, 17 Meter breit, drei Ladeluken vorne, die Aufbauten mit Brücke, Messen, Salons, Passagiers-Kammern und allen anderen Einrichtungen mittschiffs; dann achtern noch mal zwei Luken und ganz achtern kleinere Aufbauten mit weiteren Mannschafts-Quartieren.  Die Besatzung bestand aus etwa 35 Mann; außerdem gab es sehr komfortable Einzel- und Doppelkabinen für maximal zehn Passagiere.
 
Dieses schneeweiße Frachtschiff mit rotem „Hamburg-Süd“-Schornstein-Top war im Pazifik-Liniendienst eingesetzt, d.h. es machte den Törn US-Ostküste (ca. 4-5 Häfen) - Panama-Kanal - Südpazifik (einige Südsee-Häfen wie Tahiti, Neu-Kaledonien) - Australien - Neuseeland und zurück.  Eine Rundreise dauerte ca. vier Monate.  Zwei weitere „Cap“-Schwesterschiffe bedienten die in etwa gleiche Route; drei andere, etwas kleinere „Cap“-Dampfer waren nur im Pazifik eingesetzt und bedienten die US-Westküste.  In Seefahrer-Kreisen bezeichnete man die Cap-Flotte all-gemein als die „Weißen Schwäne des Pazifik“!

Da diese Schiffe nie ihren Heimathafen Hamburg anliefen, erfolgten die Ur-laubs-Ablösungen immer per Flug, meist in den USA.  Normalerweise betrug die Fahrtzeit damals mindestens drei Reisen, d.h., wenn man „im Pazi-fik“ anmusterte, wusste man, dass man Europa bzw. die Heimat erst frühestens nach über einem Jahr wiedersehen würde!  Aber so war die Seefahrt damals eben; die seinerzeit wirklich langen Liegezeiten in allen Häfen entschädigten fast für alles!

Der „Held“ dieser Story ist unser damaliger 1. Steward  (Chief-Stew)  An-dreas Faller, genannt „Andy“.  Anfang April 1969 flogen wir mit ca. 15 Crew-Ablösern von Hamburg via Frankfurt/Main über den „großen Teich“ nach New York und stiegen dort auf der CAP ROCA ein; Andy war auch dabei!  Er war ein richtig „ausgetragenes Bürschchen“, waschechter Bayer (Münchner Buam) und hatte seinen Kellner-Beruf in einem der besten Mün-chener Hotels von der Pike auf gelernt.  Vor seiner Fahrtzeit hatte er es dort schon zum Chef-Kellner gebracht!  Andy war vorher schon als 2. Steward auf den „heiligen Kühen“ der Hamburg-Süd, den „Cap-San“-Schiffen, im Linien-Dienst Europa-Südamerika eingesetzt; er fuhr - wie er sagte - „nur mal zur See, um die Welt kennen zu lernen“.

Fachlich war unser Andy also wirklich ein As; das muss ich so betonen, es hängt wesentlich mit dieser Geschichte zusammen.  Ich selber war der Funk-Offz./Verwalter und war außer für den Funkdienst als Zahlmeister verantwortlich für den Papierkrieg in den Häfen, für die Heuerabrechnung, den Proviant und die Kantine.

Von New York ging es nun „southbound“ Richtung Neuseeland/Australien; an der US-Ostküste nahmen wir noch ein paar Häfen mit und von Charles-ton/South-Carolina nahmen wir dann Kurs auf den Panama-Kanal.

Inzwischen waren in den US-Häfen auch insgesamt sieben zahlende Passagiere mit Bestimmungsort Auckland / Neuseeland bzw. Sydney / Australien eingeschifft worden; dank Andy mangelte es ihnen an nichts.  Er war als Chief-Steward zuständig für das Wohlergehen der Passagiere und be-diente zu den Mahlzeiten im sogenannten „Salon“.  Im Salon speisten die „Drei Eisheiligen“ (Kapitän: 4 goldene Streifen, Ltd. Ingenieur: 3 ½  Streifen und 1. Offizier: 3 Streifen) sowie natürlich die Passagiere.  Bei den Passa-gieren handelte es sich um zwei ältere amerikanische Ehepaare, eine alte Dame mit Tochter aus Neuseeland und einen Australier.  Die übrigen Offz./Ing.-Grade sowie Anwärter hatten ihre Offiziers-Messe;  Bootsmann, Koch, Chief-Steward, Storekeeper, Schlüsselmatrose ihre Unteroffiziers-Messe und der arbeitende Rest seine Mannschafts-Messe.  So waren da-mals die Bräuche in der „Bord-Hierarchie“.
 
Unser 1. Offizier, Herr Scholz, - ein „älterer Herr von Anfang 30“ - spielt die zweite Hauptrolle in dieser wahren Geschichte.  Er war als „Chief-Mate“ der unmittelbare Vorgesetzte der gesamten Decks-Crew (einschl. Bootsmann) und genehmigte (oder strich) für die „Fett-Gang“ (Koch/Bäcker/Stewards) die Überstunden etc.  Er hatte ziemliche Minderwertigkeitskomplexe, welche er durch eine nach außen hin zur Schau getragene erhebliche Arroganz zu vertuschen suchte.
 
Ich selber hatte ja mein eigenes Ressort; mein einziger Vorgesetzter war der Kapitän.  Der „Alte“ war übrigens ein sehr umgänglicher Mensch (Ende 50); er ließ mir völlig freie Hand und war froh, wenn man ihm „seine Ruhe“ ließ.  Mit dem „Ersten“ hatte ich also dienstlich kaum etwas zu tun, deshalb kam ich mit ihm auch einigermaßen gut zurecht.

Andy und ich waren inzwischen (auch bedingt durch die vielen gemeinsamen Landgänge und unsere gute Zusammenarbeit wg. Kantinen-Store etc) gute „Macker“ geworden.

In Cristobal am Panama-Kanal nahmen wir nun noch vollen „Bunker“ (Brennstoff), ein 8-stündiger deftiger Landgang kam auch noch dabei raus; und dann ging's nach der Kanal-Passage ab Balboa auf der Pazifik-Seite nun auf die ca. 24-tägige Südreise bound Neuseeland; ca. 8.000 Seemeilen „Stiller Ozean“ lagen vor uns.

Die normale Bord-Routine stellte sich nun ein; man ging seine vorgeschriebenen Seewachen, der „Dampfer“ rollte ganz sanft in der pazifischen Dü-nung, die allgemeine Stimmung war gut.  Wir waren eine rein deutsche Besatzung, d.h., in irgendeiner Kammer war abends „Party“ angesagt; und Andy verwöhnte  „seine Passagiere“ nach besten Kräften so gut, wie es auf einem Frachter eben möglich war.

Normalerweise besuchte Andy mich nach seinem Feierabend so gegen 19:00 Uhr zu einem kleinen „Klönschnack“ bzw. einem kleinen „Scotch vom Feinsten“ in der Funkbude bzw. angegliederten Kammer; ich musste a-bends meist noch die letzte zweistündige international vorgeschriebene Hörwache absolvieren, und man gönnte sich ja sonst nichts!

Eines Abends zur gewohnten Zeit kam Andy in einem vollkommen außergewöhnlichen Zustand zu mir auf Kammer; schneeweißes todernstes Ge-sicht und „geladen“ bis über die Ohren.  So hatte ich Andy noch nie erlebt.  Er war total sauer und stinkig, stand kurz vorm „Platzen“ und war offensichtlich froh, in mir jemanden zu haben, bei dem er seine Probleme loswerden konnte.

Ich beruhigte ihn erstmal ein wenig, und dann legte er los: „Udo, stell' Dir das bloß mal vor, dieses dumme Schwein von Chief-Mate macht mich beim Abendessen vor dem Alten und den Passagieren im Salon wegen eines angeblichen Fehlers beim Service an; er wollte wohl witzig sein und meinte in seiner bekannt arroganten Art, ich hätte meinen Beruf wohl in einer „Fischbratküche auf dem Kiez“ gelernt - gerade diese Pfeife hat's nötig; der A... weiß doch nicht mal, wie man Messer und Gabel richtig hält..., aber das zahl' ich ihm heim, das wird er noch bereuen!  Du hast doch ein gutes Ver-hältnis zum Alten, bitte schlag' ihm doch mal vor, dass wir am Wochenende für unsere Passagiere ein spezielles „Äquator-Essen“ veranstalten könnten, im Salon, mit diversen Gängen, Speisekarten etc. und allen Schikanen.  Der Scholz bekommt sein Fett, aber auf meine Art!“  ... Nachdem ich Andy zugesichert hatte, dass ich mich beim Kapitän für seinen Vorschlag einset-zen würde, wurde er langsam wieder er selbst.

Am nächsten Morgen - beim obligatorischen „Coffee-Time“ ca. 10:00 Uhr auf der Brücke - sprach ich den Alten so „ganz nebenbei“ auf ein „Äquator-Essen für unsere Passagiere“ an; unsere Fahrgäste seien doch alles liebe Menschen, sie hätten doch mal eine schöne Abwechslung verdient; für je-den gäbe es eine hübsche Speisekarte als Souvenir; außerdem kämen un-sere in irgendwelchen Backskisten versteckten „Schätze“ wie altes Porzellangeschirr, Silberbestecke und schwere Tischdecken mal wieder zur Ge-tung..., nicht zu vergessen die Werbung für die Reederei, Mundpropaganda etc. pp.; ich machte unserem Kapitän Andys Idee so richtig schön schmackhaft!

Nachmittags war der Alte schon Feuer und Flamme für das „Passagiers-Diner“; er hielt es nun für eine ganz hervorragende Sache und gab mir offi-ziell Order, zusammen mit dem Koch und dem Chief-Steward das „Fest-Essen im Salon“ zu organisieren.

Unseren wirklich ausgezeichneten Koch Bruno konnte ich dann auch für die Idee begeistern; er fühlte sich richtig gefordert, außerdem sollten dabei für ihn und den Bäcker etliche Überstunden 'rausspringen.  In den nächsten drei Tagen hatten Andy, Bruno und ich also allerhand zu tun; abends war regelmäßig „Meeting“ bei mir; das Menü musste zusammengestellt, die Speisekarten individuell für jeden Passagier entworfen, geschrieben und bemalt werden usw. usw.  Im Rahmen unserer für ein Frachtschiff beschränkten Möglichkeiten ließen wir uns schon eine ganze Menge einfallen.

Andy war nun so richtig in seinem Element und zog alle Register seiner langjährigen Hotel-Erfahrung.  Das „Fünf-Gänge-Menü“ wurde so „kompo-niert“, dass möglichst alle im Salon zur Verfügung stehenden Utensilien (div. Gläser, edles Besteck und Geschirr etc.) eingesetzt werden konnten.

Die Menü-Karten waren in Englisch abgefasst und eindrucksvoll mit vielen französischen Ausdrücken gespickt, die Übersetzung kostete einiges an Gehirnschmalz.  So ganz genau bekomme ich das Festmahl nicht mehr zu-sammen, dafür ist die Geschichte zu lange her, meiner Erinnerung nach lief es aber in etwa wie folgt ab:
1.) Vorspeisen - Shrimp-Cocktail - diversen gekochten Ei-Hälften mit Sardellen, Oliven etc. - frische Brötchen und Toast - diverse Salate - Leber-Pastete;
2.) Klare Fleischbrühe mit „Bällchen-Einlage“;
3.) Hauptgang - „Steak-Surprise“ - Folien-Kartoffel mit Sauer-Rahm - ge-mischtes Gemüse; wahlweise Schollen-Filet - gebratene Kroketten - Reis - gemischter Salat - dazu natürlich etliche Saucen von „höllisch-scharf“ bis mild; Wein / Getränke nach Wahl;
4.) Dessert - Vanille-Eis mit heißen Himbeeren bzw. Sahne-Pudding mit Schoko-Soße;
5.) „Absacker“ Mocca/Kaffee - Kekse - Cognac.

Als für den Proviant verantwortlicher „Speckschneider“ hatte ich natürlich bei dieser Fress-Arie (an welcher persönlich teilzunehmen ich leider wegen fehlender Goldstreifen „nicht die Ehre“ hatte) einiges in der Kombüse als „Vorkoster“ zu tun.  Dort gab's viel Spaß, mir läuft beim Erzählen noch das Wasser im Mund zusammen.

Nun, es war Sonnabend irgendwo im Süd-Pazifik und der große Abend für Andy war endlich angebrochen.  Spätnachmittags zeigte mir Andy noch den „aufgebackten“ (d.h. eingedeckten) Salon.  Es war ein überwältigender Anblick: Auf den drei großen im Karree angeordneten Esstischen lagen schwere weiße Damast-Decken, die Anrichte bog sich fast unter dem fei-nen Geschirr, um die einzelnen Gedecke waren reichlich Silber-Bestecke aller Art angeordnet, Kerzen und polierte Gläser aller Sorten gaben ein festliches Aussehen.  Unser Chief-Steward konnte ehrlich stolz auf sein Werk sein!

Um 19:00 Uhr war dann der Beginn der Party!

Da ich ja selber nicht an diesem ereignisreichen Essen teilnahm, kann ich den Verlauf dieses Abends nur vom „Hörensagen“ schildern.  Andy hat mir seinen „Rache-Feldzug“ gegen Chief-Mate Scholz natürlich anschließend brühwarm erzählt; aber außerdem haben mir der Kapitän und der 1. Ingeni-eur im nachhinein ebenfalls bestätigt, dass der Abend so abgelaufen wäre und sie beide selten im Leben so einen Spaß gehabt hätten.  Schadenfreude spielte dabei sicher die größte Rolle!
 
Es ging also los.  Andy war ganz in weiß gekleidet, ein Messe-Steward aus der Offz.-Messe (auch gelernter Kellner) assistierte beim Service.  Die „Drei Eisheiligen“ begaben sich in den Salon, natürlich in „schlicht goldener Uni-form mit blauen Streifen“; die lieben Passagiere in ihrem besten „Zwirn“ wurden von Andy mit launiger bayrisch-englischer Konversation auf ihre Plätze bugsiert; das „große Fressen“ konnte beginnen!

Andy schenkte erstmal diverse Weine ein, dann servierte er gekonnt die erste Vorspeise (Shrimp-Cocktail) und wünschte „guten Appetit“ in Deutsch, Englisch und Französisch.

Er sprach leise und sehr höflich mit allen anwesenden Gästen, in dieser Form sprach er dann auch seinen „Intimfeind“ an.  „Herr Scholz, ich sehe schon, Sie kommen mit dem Besteck für das „Hors d'oeuvre“ nicht so ganz klar, aber das ist doch wirklich kein Problem, die Bestecke sind so ange-ordnet, dass man fast nichts falsch machen kann..., na ja, woher sollen Sie es auch wissen, Moment, ich zeige Ihnen, wie es geht!“  Alles grinste ver-schämt, der „Erste“ versuchte, Andys Belehrungen mit einem gequälten Scherz zu übertünchen, aber er hatte bereits rote Ohren!
 
Es ging weiter.  Bei der Suppe teilte Andy unserem Chief-Mate leise (aber immer höflich) mit, dass er doch den richtigen, dafür vorgesehenen Löffel nehmen solle.  Alle Anwesenden machten natürlich Fehler bei der Besteckwahl, aber das wurde von Andy souverän übersehen.

Andy machte ganz gekonnt den Chief-Mate zum Tollpatsch!  Der arme Herr Scholz hatte inzwischen die Farbe einer überreifen Tomate angenommen, aber wegen der illustren Gesellschaft konnte er nicht so reagieren, wie er es seinem Naturell nach eigentlich wollte.
 
Es lag wohl auch ein bisschen daran, dass Scholz beim Alten und Chief nicht so ganz gute Karten hatte, dass Andy ihn so niedermachen konnte; die Geschichte setzte sich wenigstens den ganzen Abend in dieser Weise fort!  Bei jedem folgenden Gang bekam der gute Scholz sein Fett weg, es waren gekonnt platzierte Kleinigkeiten, die sich im Laufe des Abends aber summierten.
 
Der Kapitän und der Ltd. Ing. amüsierten sich königlich; die Passagiere bekamen die ganze „Chose“ wohl gar nicht richtig mit, hatten aber auch ihren Spaß!  Sie kamen sich inzwischen garantiert wie in einem europäischen Fünf-Sterne-Restaurant vor; Andy hatte für jeden einen kleinen Scherz pa-rat und gab allen (außer natürlich Herrn Scholz) das Gefühl, an diesem A-bend ein kleiner König zu sein.  Sein Messe-Steward flitzte auf Andys kleinstes Wimpernzucken und legte nach, bzw. servierte neue Drinks usw.

Es war schon eine first-class professionelle Angelegenheit; nur unser „Chief-Mate“ war im falschen Lokal und beim letzten Cognac / Mocca total am Boden zerstört.  Auf diesen Augenblick hin hatte Andy seine ganze E-nergie verwendet!

Als der Kapitän den gelungenen Abend für beendet erklärte, sich noch mal bei den Passagieren bedankte und jedem freistellte, noch ein - zwei Night-cups (Drinks) auf Kosten der Reederei zu nehmen, fragte Andy unseren Chief-Mate mit unschuldigem Augenaufschlag noch, ob seine „Ausbildung als Kiezkellner in der Fischbratküche“ denn wohl gut genug für ihn gewesen sei! 
Er bekam keine Antwort; ich weiß nur, dass Herr Scholz sich niemals wie-der mit Andy in irgendeiner Art und Weise angelegt hat.  Dieser Abend war gelungen, unser Chief-Mate hatte seine Lektion gelernt!  Die ganze Art und Weise dieses Rache-Feldzuges unseres Chief-Stewards hat mich persön-lich unwahrscheinlich beeindruckt; das hatte echt Stil!
 
Mit Andy bin ich seinerzeit mehr als ein Jahr auf der CAP ROCA gefahren; wir hatten noch viele gemeinsame unvergessliche Erlebnisse, von denen eventuell noch an anderer Stelle zu berichten sein wird.  Er fuhr dann nicht mehr lange zur See, sondern fing in seinem alten Beruf in dem Top-Hotel Münchens wieder an.  Ab und zu telefonieren wir mal und lachen über die alten Zeiten.  Seit über 20 Jahren ist Andy dort der „Maitre d'Hotel“, vielleicht treffen wir uns ja mal im Rentenalter.

Die „Eloge“       
Beim „Durchflöhen“ meiner alten Unterlagen aus der Seefahrtszeit (Briefe / Mama-Letters etc) fiel mir ein zu Ehren meines damaligen 33. Geburtstags verfasstes Gedicht in die Hände, welches ich meiner geneigten Leserschaft wirklich nicht vorenthalten will.  Es dokumentiert auch ein wenig den kameradschaftlichen Crew-Geist, der auf deutschen Schiffen mit kompletter nach deutschem Heuertarif bezahlter Besatzung (teilweise noch) herrschte.  Es war 1976 auf dem Mehrzweck-Frachter MS LLOYD ESTOCOLMO der Hamburger Reederei B. Richters.  Das Schiff war mit ca. 8.400 BRT ver-messen, hatte ca. 25 Mann Besatzung und war in Charter für die brasiliani-sche Großreederei „Lloyd Brasileiro“ in der Linienfahrt US-Ostküste / Brasi-lien eingesetzt.

An diesem 28. August 1976 waren wir spätnachmittags auf Reede Santos eingetroffen und ankerten dort; Einlaufen war erst zum nächsten Mittag vorgesehen.  Für meine Geburtstagsfeier in der Offz.-Messe war das natür-lich ideal, „Ankerball“ war angesagt!

Vom Elektriker bekam ich eine riesengroße, selbst gebastelte vorsintflutliche Morsetaste geschenkt; es gab noch weitere kleine Überraschungen und unser 1. Offizier, Klaus von Müller (übrigens ein Bremer, den ich hiermit herzlich grüße), trug dann zu Beginn der Party das folgende von ihm selbst verbrochene Pamphlet vor:

MS „LLOYD ESTOCOLMO“                Auf See, den 28.08.1976

Eloge auf die Festsau des Tages

Wer ist's wohl, der als flotter Greis        -  sich hier bläht in unsrem Kreis?
Schon öfter hörte man ihn klagen,        -  er habe schwer am Amt zu tragen,
ob auf See oder im Hafen,                -  er schuftet, wenn die andern schlafen:
Über Land und übers Meer                -  stellt er die Verbindung her,
mit Tastgefühl und Eloquenz            -  sucht er die Kontaktfrequenz.
Funken sprüh'n vom Sendemaste,        -  so haut er in die Schlackertaste.
Er holt die Presse, geistig' Atzung,        -  ist wie ein Vater zur Besatzung.
Er verwaltet auch den Zaster,            -  den man braucht für Trieb und Laster.
Von Gestalt her ist er stattlich breit,        -  jederzeit und gern bereit,
dir Langeweile zu verkürzen,            -  die Freizeit mit 'nem Drink zu würzen.
Wer kann's wohl sein, riecht ihr den Braten?    -  Ihr habt es sicher schon erraten:
Der zuvor gelobte Macker                -  ist unser Tele-Drahtlos-Hacker!
Nun sei nicht geizig, schenk' ein fleißig,        -  man wird nur einmal dreiunddreißig!
Wir heben 's Glas mit Schnaps und Bier,        -  lieber Udo, und wünschen Dir:
Gesundheit, Glück und Kindersegen!        -  Deine Freunde und Kollegen.

Nun, der so schön vorgetragenen Aufforderung kam ich natürlich gerne nach; es wurde eine rauschende „Anker-Party“!

Unser Kapitän war am nächsten Tag übrigens nicht zu sehen; die Einklarierung überließ er mir ganz allein, er litt fürchterlich unter den „Nachwehen“ und pflegte seinen Kater in der Koje.

In der Erinnerung überkommt mich doch manchmal ein komisches Gefühl, nicht so richtig „wehmütig“ aber - die „alten Zeiten“ sind vorbei!

 

 

 Lesen Sie im Buch weiter -  Bestellungen  -


 Schiffsbilder bei goole


    Seefahrtserinnerungen   -  Seefahrtserinnerungen    -  Maritimbuch

Informationen zu den maritimen Büchern des Webmasters finden Sie hier:

zur gelben Zeitzeugen-Bücher-Reihe des Webmasters:

© Jürgen Ruszkowski

rubuero.jpg


zur gelben Zeitzeugen-Bücher-Reihe des Webmasters:

© Jürgen Ruszkowski


 Maritime books in German language:  fates of international sailors

Los libros marítimos en el idioma alemán: los destinos de marineros internacionales:

zu meiner maritimen Bücher-Seite

navigare necesse est!

Maritime books in German language: fates of international sailors

Los libros marítimos en el idioma alemán: los destinos de marineros internacionales:

Diese Bücher können Sie direkt bei mir gegen Rechnung bestellen: Kontakt:

Zahlung nach Erhalt der der Ware per Überweisung.

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

Zahlung nach Erhalt der der Ware per Überweisung.

 Bücher in der gelben Buchreihe" Zeitzeugen des Alltags" von Jürgen Ruszkowski: 

Seemannsschicksale

Band 1 - Band 1 - Band 1 - Band 1

Begegnungen im Seemannsheim  

ca. 60  Lebensläufe und Erlebnisberichte

von Fahrensleuten aus aller Welt 

http://www.libreka.de/9783000230301/FC  

libreka.de: unter Ruszkowski suchen!

13,90 € - Bestellung -

Seemannsschicksale

 Band 2 - Band 2

Lebensläufe und Erlebnisberichte

 Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten,   als Rentner-Hobby aufgezeichnet bzw. gesammelt  und herausgegeben von  Jürgen Ruszkowski

http://www.libreka.de/9783000220470/FC

libreka.de: unter Ruszkowski suchen!

13,90 € - Bestellungen  -

 

Seemannsschicksale

   Band_3

 Lebensläufe und Erlebnisberichte

Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten

http://www.libreka.de/9783000235740/FC

libreka.de: unter Ruszkowski suchen!

13,90 € - Bestellungen  -

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

 Edition 2004 - Band 4

Seemannsschicksale unter Segeln 

Die Seefahrt unserer Urgroßväter

im 19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhunderts 

13,90 €

- Bestellungen  -

  Band 5

 Capt. E. Feith's Memoiren

Ein Leben auf See

amüsant und spannend wird über das Leben an Bord vom Moses bis zum Matrosen vor dem Mast in den 1950/60er Jahren, als Nautiker hinter dem Mast in den 1970/90er Jahren berichtet    

http://www.libreka.de/9783000214929/FC

libreka.de: unter Ruszkowski suchen!

13,90 € - Bestellungen  -

Band 6 ist geplant

 

 

 

 

 

Leseproben und Bücher online

Seemannsschicksale

maritimbuch

Schiffsbild - Schiffsbild

Schiffsbild

erwähnte Personen

- erwähnte Schiffe -

erwähnte Schiffe E - J

erwähnte Schiffe S-Z

Band 7  

in der Reihe Seemannsschicksale:

Dirk Dietrich:

Auf See

ISBN 3-9808105-4-2

Dietrich's Verlag

Band 7  

 Bestellungen 

 

 


Band 8

Maritta & Peter Noak

auf Schiffen der DSR

ISBN 3-937413-04-9 

Dietrich's Verlag

Bestellungen 

  Band 9

Rainer Gessmann

Endstation Tokyo

Die abenteuerliche Karriere eines einfachen Seemannes  

band9minitokyo.jpg
Endstation Tokyo

 12 €  - Bestellungen

Band 10 - Band 10  

Autobiographie des Webmasters

Himmelslotse

Rückblicke:   27 Jahre Himmelslotse  im Seemannsheim  -  ganz persönliche Erinnerungen an das Werden und Wirken eines Diakons

13,90 € - Bestellungen -

 

- Band 11 

Genossen der Barmherzigkeit 

  Diakone des Rauhen Hauses 

Diakonenportraits

13,90 € - Bestellungen  -

Band 12 - Band 12  

Autobiographie: 

Diakon Karlheinz Franke 

12 € - Bestellungen  -

Band 13  - Band 13  

Autobiographie

 Diakon Hugo Wietholz


13,90 € - Bestellungen  -

 Band 14 

Conrad H. v. Sengbusch

Jahrgang '36

Werft, Schiffe, Seeleute, Funkbuden 

Jugend in den "goldenen 1959er Jahren"

Lehre als Schiffselektriker in Cuxhaven

13,90 € - Bestellungen -

  Band 15

Wir zahlten für Hitlers Hybris

mit Zeitzeugenberichten aus 1945  über Bombenkrieg, Flucht, Vertreibung,  Zwangsarbeit und Gefangenschaft 

Ixlibris-Rezension

http://www.libreka.de/9783000234385/FC

libreka.de: unter Ruszkowski suchen!

13,90 € - Bestellungen  -

 

 

 

 

 

 

Band 16

Lothar Stephan

Ein bewegtes Leben - in den Diensten der DDR - -  zuletzt als Oberst der NVA

 ISBN 3-9808105-8-5  

 Dietrich's Verlag   

Bestellungen  

 

 

 

 

 

 

 


Schiffsbild

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

 

 

 

 

  Band 17 

Als Schiffskoch weltweit unterwegs

Schiffskoch Ernst Richter

http://www.libreka.de/9783000224713/FC

13,90 € - Bestellungen -

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seit

 Band 18 

Seemannsschicksale

 aus Emden und Ostfriesland  

 und Fortsetzung Schiffskoch Ernst Richter auf Schleppern

http://www.libreka.de/9783000230141/FC

libreka.de: unter Ruszkowski suchen!

13,90 € - Bestellungen -

 Band 19   

ein Seemannsschicksal:

Uwe Heins

Das bunte Leben eines einfachen Seemanns

13,90 € - Bestellungen -

 

 

 

 

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

  Band 20  

ein Seemannsschicksal im 2. Weltkrieg

Kurt Krüger 

Matrose im 2. Weltkrieg

Soldat an der Front

- Bestellungen -

 Band 21

Ein Seemannsschicksal: 

Gregor Schock

Der harte Weg zum Schiffsingenieur 

  Beginn als Reiniger auf SS "RIO MACAREO"

13,90 € - Bestellungen -

  Band 22

Weltweite Reisen eines früheren Seemanns als Passagier auf Fähren,

Frachtschiffen

und Oldtimern

Anregungen und Tipps für maritime Reisefans 

- Bestellungen -

   Band 23

Ein Seemannsschicksal:

Jochen Müller

Geschichten aus der Backskiste

Ein ehemaliger DSR-Seemann erinnert sich

12 € - Bestellungen -

 

 

 

 

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

  Band 24

Ein Seemannsschicksal:

Der maritime Liedermacher 

Mario Covi: -1-

Traumtripps und Rattendampfer

Ein Schiffsfunker erzählt

über das Leben auf See und im Hafen

http://www.libreka.de/9783000221460/FC

libreka.de: unter Ruszkowski suchen!

13,90 € - Bestellungen -

 

 

  Band 25

Ein Seemannsschicksal:

Der maritime Liedermacher 

Mario Covi: -2-

Landgangsfieber und grobe See

Ein Schiffsfunker erzählt

über das Leben auf See und im Hafen

http://www.libreka.de/9783000223624/FC

libreka.de: unter Ruszkowski suchen!

13,90 € - Bestellungen -

 

  Band 26

Monica Maria Mieck:

mmmptr6.jpg

Liebe findet immer einen Weg

Mutmachgeschichten für heute

Besinnliche Kurzgeschichten

auch zum Vorlesen

- Bestellungen -

 

  - Band 27 -

Monica Maria Mieck

mmmptr6.jpg

Verschenke kleine

Sonnenstrahlen

Heitere und besinnliche Kurzgeschichten

auch zum Vorlesen

- Bestellungen -

 

 

 - Band 28 -

Monica Maria Mieck:

mmmptr6.jpg

Durch alle Nebel hindurch

erweiterte Neuauflage

Texte der Hoffnung

besinnliche Kurzgeschichten und lyrische Texte

ISBN 978-3-00-019762-8

  - Bestellungen -


 Band 29 

Logbuch

einer Ausbildungsreise

und andere

Seemannsschicksale

Seefahrerportraits

und Erlebnisberichte

ISBN 978-3-00-019471-9

http://www.libreka.de/9783000194719/FC

13,90 € - Bestellungen -

  Band 30

Günter Elsässer

Schiffe, Häfen, Mädchen

Seefahrt vor 50 Jahren

http://www.libreka.de/9783000211539/FC

- Bestellungen -

 

13,90 €

- Bestellungen -

 

 

 

 

  Band 31

Thomas Illés d.Ä.

Sonne, Brot und Wein 

ANEKIs lange Reise zur Schönheit

Wohnsitz Segelboot

Reise ohne Kofferschleppen

Fortsetzung in Band 32

13,90 €

- Bestellungen -

 

 

Band 32

Thomas Illés d.Ä.

Sonne, Brot und Wein

Teil 2

Reise ohne Kofferschleppen

Fortsetzung von Band 31 - Band 31

13,90 € - Bestellungen -

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

Band 33

Jörn Hinrich Laue:

Die große Hafenrundfahrt in Hamburg

reich bebildert mit vielen Informationen auch über die Speicherstadt, maritime Museen und Museumsschiffe

184 Seiten mit vielen Fotos, Schiffsrissen, Daten

ISBN 978-3-00-022046-3

http://www.libreka.de/9783000220463/FC

- Bestellungen -

Band 34

Peter Bening

Nimm ihm die Blumen mit

Roman einer Seemannsliebe

mit autobiographischem Hintergrund

http://www.libreka.de/9783000231209/FC

- Bestellungen -

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

  Band 35

Günter George

Junge, komm bald wieder...

Ein Junge aus der Seestadt Bremerhaven träumt von der großen weiten Welt

http://www.libreka.de/9783000226441/FC

13,90 €  - Bestellungen -

 

 

 

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

 Band 36

Rolf Geurink:

In den 1960er Jahren als

seemaschinist

weltweit unterwegs

http://www.libreka.de/9783000243004/FC

13,90 €

- Bestellungen -

 

libreka.de: unter Ruszkowski suchen!

meine google-Bildgalerien

realhomepage/seamanstory

 

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

Band 37  

Schiffsfunker Hans Patschke:

Frequenzwechsel

Ein Leben in Krieg und Frieden als Funker auf See

auf Bergungsschiffen und in Großer Linienfahrt im 20. Jahrhundert

http://www.libreka.de/9783000257766/FC

13,90 € - Bestellungen -

 

Band 38 - Band 38

Monica Maria Mieck:

Zauber der Erinnerung

heitere und besinnliche Kurzgeschichten

und lyrische Texte

reich sw bebildert

12 € - Bestellungen -

 

 

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

Band 39 

Hein Bruns:

In Bilgen, Bars und Betten


Roman eines Seefahrers aus den 1960er Jahren

in dieser gelben maritimen Reihe neu aufgelegt

kartoniert

Preis: 13,90

Bestellungen

  Band 40

Heinz Rehn:

von Klütenewern und Kanalsteurern


Hoch- und plattdeutsche maritime Texte

Neuauflage

13,90 €  - Bestellungen -

 

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

  Band 41

Klaus Perschke - 1 -

Vor dem Mast

1951 - 1956

nach Skandinavien und Afrika

Ein Nautiker erzählt vom Beginn seiner Seefahrt

 

 

Preis: 13,90 € - Bestellungen

  Band 42

 Klaus Perschke - 2 -

Seefahrt 1956-58

Asienreisen vor dem Mast - Seefahrtschule Bremerhaven - Nautischer Wachoffizier - Reisen in die Karibik und nach Afrika

Ein Nautiker erzählt von seiner Seefahrt

Fortsetzung des Bandes 41

 

13,90 € - Bestellungen

 Band 43

Monica Maria Mieck:

mmmptr6.jpg

Winterwunder

weihnachtliche Kurzgeschichten

und lyrische Texte

reich sw bebildert

10 € - Bestellungen -


 

Informationen über die Buchpreise finden Sie auf der Bücher-Seite

Band 44

Lothar Rüdiger:

Flarrow, der Chief 1

Ein Schiffsingenieur erzählt

Maschinen-Assi auf DDR-Logger und Ing-Assi auf MS BERLIN

 

13,90 € - Bestellungen


Band 47

Seefahrtserinnerungen

 band47miniseefahrtserinnerungen.jpg

Ehemalige Seeleute erzählen

13,90 € - Bestellungen

 


Band 50

Jürgen Coprian:

Salzwasserfahrten 2

Trampfahrt worldwide

mit

FRIEDERIKE TEN DOORNKAAT

friederiketendoornkaatminiorkanbildband50.jpg

- - -

Band 53:

 Jürgen Coprian:

MS COBURG

band53frontcover.jpg

Salzwasserfahrten 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 weitere Bände sind geplant

 

 

 

 

13,90 €Bestellungen

 

 

 

Band 45

Lothar Rüdiger:

Flarrow, der Chief 2

Ein Schiffsingenieur erzählt

Fortsetzung des Bandes 44

Flarrow als Wachingenieur

13,90 € - Bestellungen


 Band 48:

Peter Sternke:

Erinnerungen eines Nautikers

band48neuministernke9783000318580.jpg

13,90 € - Bestellungen

 


Band 51

Jürgen Coprian:

Salzwasserfahrten 3

band514prozentcopriansalzwasser3frontcover.jpg

- - -

 Jürgen Coprian: 

Salzwasserfahrten 6

 weitere Bände sind geplant

 

 alle Bücher ansehen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 hier könnte Ihr Buch stehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13,90 €Bestellungen 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Band 46

Lothar Rüdiger:

Flarrow, der Chief 3

Ein Schiffsingenieur erzählt

Fortsetzung des Bandes 44 + 45

Flarrow als Chief

 

 

 

13,90 € - Bestellungen 

 


Band 49:

Jürgen Coprian:

Salzwasserfahrten 1

band49mini1prozentcoprianfrankfurt9783000321085.jpg

Ostasienreisen mit der Hapag

13,90 €Bestellungen

- - -

Band 52 - Band 52

 Jürgen Coprian: 

Salzwasserfahrten 4

 MS "VIRGILIA"

band52klein2procentcover.jpg

---

Band 56  

 Immanuel Hülsen

Schiffsingenieur, Bergungstaucher

band56kleincover.jpg

Leserreaktionen

- - -

Band 57

Harald Kittner:

fischtextnemesiseffekt.jpg

zeitgeschichtlicher Roman-Thriller

- - -

Band 58

band58minifrontcover.jpg

Seefahrt um 1960

unter dem Hanseatenkreuz

 

 

 

 

weitere Bände sind in Arbeit!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Bücher können Sie für direkt bei mir gegen Rechnung bestellen: Kontakt

Zahlung nach Erhalt der der Ware per Überweisung.

Meine Postadresse / my adress / Los orden-dirección y la información extensa:

Jürgen Ruszkowski,     Nagelshof 25,   

D-22559 Hamburg-Rissen,    

Telefon: 040-18 09 09 48  - Anrufbeantworter nach 30 Sekunden -

Fax: 040 - 18 09 09 54

Bestellungen am einfachsten unter Angabe Ihrer Anschrift per e-mail: Kontakt

 

 Bücher in der gelben Buchreihe" Zeitzeugen des Alltags" von Jürgen Ruszkowski:
Wenn Sie an dem Thema "Seeleute" interessiert sind, gönnen Sie sich die Lektüre dieser Bücher und bestellen per Telefon, Fax oder am besten per e-mail: Kontakt:

Meine Bücher der gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags" über Seeleute und Diakone sind über den Buchhandel  oder besser direkt bei mir als dem Herausgeber zu beziehen, bei mir in Deutschland portofrei (Auslandsporto:  ab 3,00 € )

Bestellungen am einfachsten unter Angabe Ihrer Anschrift per e-mail: Kontakt 

Sie zahlen nach Erhalt der Bücher per Überweisung.

Maritime books in German language:  fates of international sailors

Los libros marítimos en el idioma alemán: los destinos de marineros internacionales:

Los libros en el idioma alemán lo enlatan también, ( +  el extranjero-estampilla: 2,70 €), directamente con la editor Buy de.  


Bestellungen und Nachfragen am einfachsten über e-mail:  Kontakt

Wenn ich nicht verreist bin, sehe ich jeden Tag in den email-Briefkasten.  Dann Lieferung innerhalb von 3 Werktagen.

Ab und an werde ich für  zwei bis drei Wochen verreist und dann, wenn überhaupt, nur per eMail:   Kontakt  via InternetCafé erreichbar sein!


Einige maritime Buchhandlungen in Hamburg in Hafennähe haben die Titel auch vorrätig:

HanseNautic GmbH, Schifffahrtsbuchhandlung, ex Eckardt & Messtorff, Herrengraben 31, 20459 Hamburg,  Tel.: 040-374842-0               www.HanseNautic.de

WEDE-Fachbuchhandlung, Hansepassage, Große Bleichen 36, Tel.: 040-343240

Schifffahrtsbuchhandlung Wolfgang Fuchs, Rödingsmarkt 29, 20459 Hamburg, Tel: 3193542, www.hafenfuchs.de

Ansonsten, auch über ISDN über Buchhandlungen, in der Regel nur über mich bestellbar.


Für einen Eintrag in mein   Gästebuch  bin ich immer dankbar.

Alle meine Seiten haben ein gemeinsames Gästebuch.  Daher bitte bei Kommentaren Bezug zum Thema  der jeweiligen Seite nehmen!

Please register in my guestbook

Una entrada en el libro de mis visitantes yo agradezco siempre.

Za wpis do mej ksiegi gosci zawsze serdecznie dziekuje.


  erwähnte Personen

Leseproben und Bücher online

musterrolle.de

meine websites bei freenet-homepage.de/seamanstory liefen leider Ende März 2010 aus!  Weiterleitung

maritimbuch.de

maritimbuch.klack.org/index

Juergen Ruszkowski_Hamburg-Rissen.klack.org
www.seamanstory/index

seamanstory.klack.org/index

Jürgen Ruszkowski npage
maritimbuch.npage

seemannsschicksale.klack.org

Jürgen Ruszkowski google
seefahrt um 1960_npage

seeleute.klack.org

theologos.klack.org

seefahrtserinnerungen google

seefahrer.klack.org Theologisches bei Jürgen Ruszkowski
seefahrtserinnerungen npage seefahrtserinnerungen klack.org Diakone Rauhes Haus_/klack.org
salzwasserfahrten_npage maritimbuch.kilu.de Rauhes Haus 1950er Jahre_google

maritime_gelbe_Buchreihe_google

hafenrundfahrt.klack.org

Rauhes Haus 1950er Jahre npage

sites.google.com/site/seefahrtstory

schiffsbild.klack-org

Rauhes_Haus_Diakone_npage
seeleute_npage

schiffsbild.npage

Rauhes Haus Diakone google

nemesis_npage zeitzeugenbuch.klack.org

seemannsmission npage

seamanstory_google zeitzeugenbuch.wb4.de

seemannsmission.klack.org

 

zeitzeugen_1945_npage

seemannsmission google

maritimbuch/gesamt

zeitzeugen_1945_google

seamanstory.klack.org/gesamt

maririmbuch/bücher

seamanstory.klack.org/Bücher

meine google-bildgalerien

maritimbuch.erwähnte Schiffe

subdomain: www.seamanstory.de.ki
Monica_Maria_Mieck.klack.org/index

Diese Seite besteht seit dem 28.01.2012  - last update - Letzte Änderung 28.01.2012 18:22:11