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 Paul Hundt

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Matrosenhauptgefreiter Paul Hundt

auf Segelschulschiff HORST WESSEL

Band 29

Logbuch

und andere Seemannsschicksale

Seefahrerportraits und Erlebnisberichte

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Mein militärischer Lebenslauf

Am 1. Juli 1934 wurde ich in Kiel als Matrose eingestellt.  Meine erste Ausbildung erhielt ich in der Hansastadt Stralsund.  Nach meiner Rekru-tenausbildung wurde ich auf das Versuchsboot „NAUTILUS“ komman-diert.  Endlich war mein langjähriger Wunsch in Erfüllung gegangen, zur See zu fahren.  Leider konnte ich auf diesem Kommando keine fremdländischen Gewässer kennen lernen.  Ich musste mich mit den heimischen Gewässern Ost- und Nordsee begnügen.  Wenn ich auch nicht ins Ausland kam, so war es doch immer interessant, vor allem bekam ich einen Einblick in das Minenwesen.  Nicht alle Matrosen können auf Kreuzern oder Panzerschiffen fahren, und so blieb ich dann 3 ½ Jahre auf dem Versuchsboot NAUTILUS mit einer Unterbrechung von zwei Kursen, und zwar Fla. Ab. W. Lehrgang von Oktober bis Dezember 1935 und Sperrkursus vom 18.1.1938 bis 30.3.1938.  Am 1.4.1938 wurde ich zum SVK Stab kommandiert und kam dort in die Versuchsgruppe II.  In der Versuchsgruppe habe ich speziell nur mit Suchgeräten und Ottern gearbeitet.

Segelschulschiff „HOST WESSEL

Technische Daten des Schiffes:

Typ:                Dreimastbark, 1975 qm Segelfläche, 5 Boote

Bauwerft:         Blohm & Voß, Hamburg, 1936/37

Maße:              Länge: 69 m,  Breite: 12 m,  Tiefgang: 5 m,  1.470 t

Maschine:        MAN-1-Zyl-Viertakt-Dieselmotor,  1 Schraube, 10 sm

Besatzung:       9 Offiziere, 287 Mann

Farbe:              Rumpf und Aufbauten: weiß, unter Wasser: grün

Lehrgang

auf SSS HORST WESSEL vom 1. Juli bis 30. September 1938

Logbuch für Segelschulschiff „HOST WESSEL“ – I. Div.

Matrosenhauptgefreiter Paul Hundt auf SSS HORST WESSEL

 

Nach 3 ¾ jährigem Fahren beim SVK wurde ich heute am 30. Juni 1938 auf SSS HOST WESSEL kommandiert.  Obwohl die Segelschulschiffe in der Front keinen guten Ruf haben, musste ich die Feststellung machen, dass die Vorgesetzten auf HORST WESSEL genau so gerecht sind, wie auf den anderen Kommandos.  Nach dem Anmelden wurde ich der I. Div zugeteilt, wo ich gleich mit dem Umziehen begann.  Nach dem Essen wurden wir abgeteilt, unsere Hängematten zu zurren.  Da nun noch nicht alle Lehr-gangsteilnehmer an Bord waren, mussten wir für die noch kommenden Kameraden die Hängematten mit zurren, welches uns viel Spaß auf dem Mitteldeck bereitete.  Bei dieser Arbeit verlief nun der erste Nachmittag, bis abends „Alle Decks fegen“ ausgepfiffen wurde.  Auf dieses Pfeifen mussten wir alle auf dem Mitteldeck antreten, wo wir auf die einzelnen Sta-tionen verteilt wurden.  Nach dem Reinschiff machter der WO Ronde, während dieser wurden nach altem Brauch Seemannslieder gesungen, bis „Klar bei Hängematten“ ausgepfiffen wurde.  So verging der erste Tag, den ich mit einer Flasche Bier beendete.

Freitag, 1. Juli 1938
Heute um 6 Uhr wurden wir durch den Bootsmannsmaat der Wache geweckt, welches mir auf meinem neuen Kommando etwas komisch vorkam.
Nach dem Wecken wurden unsere Hängematten gemustert und anschließend von den Hängemattsstauern verstaut.  Das Waschen geschah mit blo-ßem Oberkörper auf dem Pier, nachdem ließen wir uns das erste Morgen-frühstück gut schmecken.  Um 9°° h wurde dann unser stolzes Schiff mittels zwei Schleppern in die Werft verholt, um dem Schiff einen neuen Schiffsbodenanstrich zu geben.  Nach einer solch langen Reise, die
HOST WESSEL gemacht hatte, war der Anstrich unbedingt erforderlich.  Im Dock angekommen, begann gleich das Abkratzen des Schiffsbodens, wo sich mit der Zeit allerhand Miesmuscheln angesetzt hatten.  Das Abkratzen begann mit dem Sinken des Wassers, was für mich eine Neuigkeit war, da die M.-Boote erst abgekratzt werden, wenn das Wasser restlos aus dem Dock heraus ist.  Mit dem Kratzen und Pönen des Schiffes vergingen die ersten Tage, bis wir aus der Werft kamen.

Montag, 4. Juli 1938
Heute hatte ich das erste Mal hier an Bord Wache.  Während meiner Wa-che begrüßte uns zum ersten Mal der Kommandant, der uns auf seinem Schiff ein herzliches Willkommen wünschte.  Unter anderem erwähnte er, dass wir da, wo zugefasst werden muss, wir unseren Mann stehen sollen, dann würden wir auch zusammen „klar fahren“.

Dienstag, 5. Juli 1938
Nach dem Reinschiff Ausbildungsdienst. 
Im Ausbildungsdienst bekamen wir Unterricht über das Verhalten in der Takelage.  Außerdem hatten wir noch Tampenkunde.  Im Anfang fiel es uns schwer, die Ausdrücke für die Tampen alle zu behalten, da uns sämtli-che Wörter fremd waren.
Nachmittags wurden wir ausgedockt und wieder von zwei Schleppern an unseren alten Liegeplatz an der Blücherbrücke verholt, wo wir gegen 16:30 h festlagen.

Mittwoch, den 6. Juli 1938
Heute begannen wir mit dem Entern, welches erst gelernt sein muss, bevor das Segelexerzieren losgehen kann.  Obwohl das Entern leicht aussieht, muss es doch gelernt sein, auf dem schnellsten Wege die Rahen zu erreichen.  Eine kleine Abwechslung brachte uns das Kutterpullen.  Obwohl ich sonst nur Jolle gepullt habe, war ich erstaunt, dass ich im Kutter genau so klar kam.  Das Pullen war sehr interessant, da wir mehrfach das Bojenfi-schen übten.

Donnerstag, 7. Juli 1938
Auf den heutigen Tag waren wir wohl alle gespannt, da ja heute die Toppsverteilung gemacht werden sollte.  Vormittags hatten wir erst noch mal Tampenkunde.  Diesmal ging es schon besser mit den Ausdrücken, die man doch so langsam spitz bekommt.  Der Nachmittag begann mit der Toppsverteilung, bei der ich die Station auf der Untermars bekam und zwar als Nummer 3 an Backbord-Seite.  Nachdem nun alle Mann verteilt waren, konnten die ersten Schritte zum Segelsetzen unternommen werden.

Freitag, den 8. Juli 1938
Nach kurzem Unterricht begann nun das Segelexerzieren.  Durch die Topps- und Tampenverteilung hatte nun jeder seine feste Station erhalten.  Jetzt erst machte uns das Exerzieren doppelt so viel Spaß.  Da am Nachmittag eine Besichtigung des Schiffes durch ausländische Offiziere beabsichtigt war, wurde das Schiff von sämtlichem Schmutz gesäubert.

Sonnabend, 9. Juli 1938
Sonnabend ist der Tag, an dem überall großes Reinschiff gemacht wird.  Obwohl ich schon viel Reinschiff gemacht habe, war es mit diesem Reinschiff doch nicht zu vergleichen.  Überall, wo man auch hinsah, wurde geschrubbt, gefeudelt und Staub gewischt.  Sogar das ganze Mitteldeck wurde mit dem „seemännischen Gebetbuch“ abgerieben.  Am Ende vom Rein-schiff war es eine Freude, das sauber gemachte Schiff anzusehen.
Nachmittags hatten wir eine Stunde Unterricht über Bojenmanöver „Boje über Bord“.  Um 16°° h wurde das Schiff zur Besichtigung freigegeben.

Sonntag, 10. Juli 1938
Um das Schiff im tadellosen Zustand zu halten, wurde den halben Vormittag Reinschiff gemacht.  Die Besucher von heute wollten genau so ein sauberes Schiff sehen, wie die vom vorhergehenden Tag.  Nach dem Rein-schiff war dann „klar Deck“.

Montag, 11. Juli 1938
Nach der Sonntagsruhe ging es am heutigen Tage mit frischem Mut an die Arbeit.  Wir begannen nach dem Reinschiff zuerst mit dem Segelexerzie-ren.  Zwischendurch hatten wir Tampenkunde und Unterricht über das Heißen und Fieren eines Rettungsbootes.  Außerdem wurde heute zum ersten Mal das Segelexerzieren mit einer Wachhälfte durchgeführt.

Dienstag, 12. Juli 1938
Heute begann der Dienst wieder mit dem Segelexerzieren.  Um 10 h fuhr der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder mit seinem Boot an unserem Schiff vorbei.  Der Dienst wurde interessanter, da heute zum ersten Mal mit allen Toppen exerziert wurde.  Bis Dienstschluss wurde dann noch Unterricht gemacht über Logs, Lote und Fieren und Heißen eines Rettungsbootes.

Mittwoch, 13. Juli 1938
Nach dem Reinschiff war Musterung durch den I. O.  Anschließend führte der I. O., Herr Kptlnt. Fischer das Segelexerzieren mit allen drei Toppen durch, wobei gut gearbeitet worden ist.
Am Nachmittag wurde das Manöver „Boje über Bord“ praktisch durchge-führt, wobei die 4. Korp. die Kutterbesatzung stellte.  Ferner wurde durch den Div. Offizier Unterricht über „Wenden und Halsen“ erteilt.  Zum Schluss wurde das Rollenexerzieren (Feuer im Schiff – mach die Schotten dicht und klar bei Schwimmwesten) von Oberleutnant zur See Mellin durchgesprochen und teilweise durchgeführt.

Donnerstag, 14. Juli 1938, Standort Kieler und Eckernförder Bucht
Heute ging es das erste Mal in See.  Um 8 Uhr kam der Kommandant an Bord, der bei dem Anbordkommen vier Fallreepsgäste gestellt bekam.  Gleich darauf war seeklar und es wurde mit Motor von der Blücherbrücke abgelegt.  Mit vollen Segeln passierten wir das Schlachtschiff „GNEISENAU“, welches an der Boje A 8 lag.  Nachdem wir das Schlacht-schiff passiert hatten, war bis 9:20 h Reinschiff.  Um 9:35 h wurde Friedrichsort passiert.

Mit dem Exerzieren begannen wir gleich nach dem Reinschiff.  Zwischen-durch wurde wiederum das Manöver „Boje über Bord“ praktiziert.  Nun wurden noch einigen Hals- und Wendemanöver durchgeführt.  Um 11 h waren alle Segel zu bergen, wobei über Steuerbordbug gebrasst wurde.  Nach dem Bergen der Segel liefen wir in die Meile, um den Motor auf sei-ne Kraft zu prüfen.  Während der Meilenfahrt passierte uns um 14:15 h der Kreuzer „NÜRNBERG“. Nachdem wir mit der Meilenfahrt fertig waren, wurden noch einige Segelmanöver durchgeführt.  Um 18 Uhr kam „Boje über Bord“, wobei der I. Kutter ausgesetzt wurde.
Zwanzig Minuten später um 18:23 h wurde auf 16 Meter Wassertiefe mit Steuerbord-Anker geankert.  Die gesteckte Kettenlänge betrug 60 Meter.  In unserer Nähe legte sich ebenfalls das Segelschulschiff „GORCH FOCK“ vor Anker.  Um 20 h kam für einen kurzen Besuch der Kommandant von SSS GORCH FOCK an Bord, welcher um 21:15 h  das Schiff wieder ver-ließ.

Freitag, 15. Juli 1938, auf See
Der heutige Tag begann wie üblich mit dem Reinschiff.  St. B. I. Wache musste „kurz Stock hieven“.  Kurze Zeit darauf wurde mit dem Segelmanöver begonnen.  Während des Segelmanövers wurde von der St. B II. Wa-che Anker gelichtet.

Am Vormittag wurde noch mehrmals das Bojenmanöver „Boje über Bord“ praktiziert, denn  dieses Manöver kann nie genug geübt werden.  In der üb-rigen Zeit hatten wir Unterricht über das Reffen der Segel.  Die Fahrt ging nun mit vollen Segeln nach Kiel.  Beim Passieren des Ehrenmals wurde Front gepfiffen, und die ganze Besatzung stand mit Front zum Ehrenmal still. 

Beim Einlaufen sahen wir bald die ganze Flotte an den Bojen im Kieler Ha-fen liegen.  Gegen 13°° h wurde an der Blücherbrücke festgemacht.  Das Anlegemanöver wurde vom Kommandanten selbst durchgeführt.  Am Nachmittag begannen dann Vorbereitungen zum Reinschiff, wobei der Oberbootsmann Knetsch die Arbeitseinteilung vornahm.

Sonnabend, 16. Juli 1938, Blücherbrücke
Sonnabend ist der Tag des großen Reinschiffs.  Während des Reinschiffs wurde die 2. und 4. Korp zur  Proviantübernahme eingeteilt.  Man muss über die Menge an Proviant staunen, die solch ein Schiff für eine vierwö-chige Reise benötigt.  Anlässlich des Bordfestes der Stammbesatzung wur-de heute die Hütte ausgeschmückt.  Anschließend glich diese mehr einem Restaurant als einem Achterschiff.  Nach dem Bordfest war Antreten des Wachzuges, der dann den schönen Schmuck wieder abtakeln musste.  An-schließend war dann „Klar bei Hängematten“.

Sonntag, 17. Juli 1938, Blücherbrücke
Heute verlief der Dienst nach dem Sonntagsdienstplan.  Zuerst war Reinschiff, anschließend kam dann das lang ersehnte „Klar Deck“.  Nach getaner Arbeit ist gut Ruh’n.

Montag, 18. Juli 1938, Blücherbrücke – Kieler Bucht
Heute war, wie jeden Montag, viel zu tun.  Zuerst war Reinschiff.  Um 10 Uhr waren wir seeklar.  Wir legten ohne Motor von der Blücherbrücke ab.  Das Segelmanöver wurde von beiden Wachen durchgeführt.  Bei dem günstigen Wind erreichten wir draußen in der Kieler Buch eine Geschwindigkeit von 10 bis 12 Seemeilen.  Den ganzen Tag über hatten wir Segel-exerzieren und Bojenmanöver.  Gegen 16°° h gingen wir auf 16 m Wasser-tiefe mit 80 m Kette vor Anker.  Die Ankerpeilung beträgt Marineehrenmal 189°, Schleimünder Leuchtturm 303°.  Nach dem Ankern kam dann „alle Segel bergen“, anschließend wurde eine Pause eingelegt.  Die letzte Stunde wurde dem Bojenmanöver gewidmet.  Korporalschaftsweise wurde das Manöver „Boje über Bord“ durchgesprochen und praktisch ausgeführt.  Um 17:15 h war „klar Deck“.
Damit wir mit dem Segeln auch nachts klar kommen, begann um 22°° h das Nachtexerzieren, welches ungefähr eine Stunde dauerte.  Anschließend ging es auf dem schnellsten Wege in die Hängematte.

Donnerstag, 19. Juli 1938, in See
Bis 10°° h Reinschiff, anschließend seeklar.  Das Segelmanöver wurde von beiden Wachen durchgeführt.  Anker wurde von St. B. I gelichtet.  Bis Nachmittag war Segelexerzieren mit Boje über Bord.  Von 16 bis 17 °° h reffen.  Um 15:45 h ankerten wir auf 17 m Wassertiefe mit 80 m Kette.  Die Ankerpeilung beträgt X Bulk 237,5°, Laboe Ehrenmal 185,0°, Schönberg Barke 119,5°.  Die I Div. musste zur Übung von 17:30 h bis 18:30 h Segel bergen.


Norwegen – im Ese-Fjord

Norwegens Kriegsmarine ist sehr klein.  Sie besteht aus drei Panzerschiffen alter Art, 26 Torpedobooten, einigen Kanonenbooten und Minenlegern.  Wenn Norwegen auch eine kleine Kriegsmarine hat, steht es dafür aber mit seiner Handelsmarine an siebter Stelle in der Welt.  Der größte Teil der Handelsflotte befindet sich auf wilder (gemeint ist wohl die Trampfahrt) Fahrt.  Diese Schiffe kehren meistens erst nach zwei bis drei Jahren wieder in ihre Heimat zurück.  Die Zahl der Dampfer beträgt 1.555.  Hinzu kom-men elf Segler.  Der Handelsverkehr besteht hauptsächlich mit Deutsch-land, England und USA.  Hauptausfuhrgüter der Norweger sind Eisenerz und Holz.

Die Fischer gehen in der Hauptsache auf Herings-, Dorsch- und Makrelen-fang.  Ihr größter Hafen ist Alesund.  Die Industrie beschäftigt sich zum größten Teil mit Holzverarbeitung und Papierproduktion, da Norwegen reich an Holzbestand ist.  Im Übrigen ist Norwegen reich an landschaftlicher Schönheit und wird daher von vielen ausländischen Touristen besucht, insbesondere durch unsere KDF- (nationalsozialistische Organisation „Kraft durch Freude“) Flotte.

Sonnabend, 6. August 1938, im Ese-Fjord
Am heutigen Tag hatten wir bis 9:15 h Reinschiff und anschließend Aus-bildungsdienst.  Als Erstes machten wir Kutterpullen, was uns auf dem ru-higen Wasser des Fjords besonders viel Spaß bereitete, denn wir hätten am liebsten bis zur Mittagspause durchgepullt.  Da nun jede Korporalschaft gerne das Vergnügen haben wollte, mussten wir gegen 10:30 h den Kutter verlassen.  Anschließend wurden wir zum Duschen geschickt, was uns nach dem Pullen sehr gut bekam.

Als gestern Abend nach der Ronde das Befehlsbuch verlesen wurde, wurde uns bekannt gegeben, dass wir heute einen Ausflug zum Böjums-Gletscher machen sollten. 

Morgens um 8°° h machte sich die Steuerbord I. Wache klar zum Ausflug.  Am Nachmittag sollten wie dann steigen, um uns die Schönheiten des Gletschers ansehen zu können.  Nachdem wir von Bord gemeldet waren, stiegen wir in die zwei Kutter ein, die an Backbordseite lagen.  Diese Kutter wurden dann von unserer Motorjolle zu der Dampferanlegestelle geschleppt.  Auf der Pier wurde dann die Anzahl der Ausflugsteilnehmenden nochmals abgezählt.  Hierbei wurde festgestellt, dass wir 15 Mann zuviel waren, darunter auch ich.  Wir mussten leider wieder an Bord zurück, um mit dem Ausflug bis zum nächsten Tag zu warten.

Nachdem wir uns an Bord umgezogen hatten, besichtigten wir den Lloyd-dampfer „GENERAL VON STEUBEN“, der gegen Mittag (13:30 h) in unserer Nähe geankert hatte.  Die Besichtigung war sehr interessant, da wir ja sonst mit einem solchen Dampfer nur selten zusammenkommen.
Anschließend gingen wir an Land, wo wir uns das herrliche Städtchen Bal-olm genauer ansahen.  Balholm ist eine Erholungsstätte für Leute, die sich in monatelangem Großstadtleben ihre Glieder ausspannen wollen, denn hier fährt keine Eisen- oder Straßenbahn, nicht einmal ein Auto.  Hier ist es auf den Straßen wirklich still, und an solchen Orten kann sich jeder Einzel-ne erholen.
Als wir am Strand spazieren gingen, sahen wir ein französisches Fischereischutzboot mit Namen „ANETTE“ einlaufen, welches ebenfalls in unserer Nähe vor Anker ging.
Die Bewohner Balholms sind nett und ruhige Leute, mit denen man sich sehr gut verstehen konnte, denn hier können die Leute teilweise deutsch sprechen  oder wenigstens deutsch verstehen.  Nach einem langen Spazier-gang kehrten wir gegen 20°° h an unsere Anlegestelle zurück, wo wir dann mit unserer Jolle wieder an Bord zurückkamen.  An Bord angekommen, wurde gleich klar bei Hängematte gemacht, denn wir mussten uns für den nächsten Tag stärken, damit wir auch einigermaßen frisch zum Gletscher kamen.

Sonntag, am 7. August 1938, im Ese-Fjord
Der Tag, an dem wir unseren Ausflug machen sollten, war nun endlich gekommen.  Um 8:50 traten alle Ausflugsteilnehmer auf dem Mitteldeck an, wonach wir anschließend wieder mit unserer Jolle und Kutter zu der Damp-feranlegestelle gebracht wurden.  Nach einiger Zeit kam der Dampfer, der uns zu dem Gletscher bringen sollte.  Die Fahrt durch den Fjord war einfach herrlich, denn man konnte sich von der Schönheit der Berge kaum noch satt sehen.
Das schönste Erlebnis stand uns aber noch bevor, denn von der Dampferan-legestelle bis zum Gletscher waren es noch 11 Kilometer, und die mussten zu Fuß zurückgelegt werden.  Mit dem Dampfer an Ort und Stelle ange-kommen, wurde nochmals kurz abgezählt und ein Uhrenvergleich genommen.  Dann konnte die Wanderung durch das schöne Gebirgstal beginnen.  Es war ein sehr heißer Tag, und die Sonne hatte wohl ihren höchsten Stand erreicht, als wir ungefähr die Hälfte des Weges zurückgelegt hatten.  Zur Marscherleichterung wurden die Hemdsärmel hochgeschlagen und die Mütze in die Hand genommen, und so ging es dem Gletscher entgegen.

Nach ungefähr 1 ½ Stunden hatten wir das Ziel erreicht und waren in die Nähe des Gletschers gekommen.  Jetzt hieß es aber, auch den Gletscher zu besteigen und sich von oben einige Gletscherspalten anzusehen, denn das war doch wohl das Wichtigste.  Die Gletscherspalten boten einen schönen Anblick, da sie von weiß bis tiefblau schimmerten.  Um dieses schöne Na-turschauspiel genießen zu können, musste man einige körperliche Anstrengungen auf sich nehmen, um da oben überhaupt hinauf zu kommen.  Der Aufstieg wurde mit „klar bei Marlspieker“ gemacht, um beim Abrutschen an der glatten Eiswand wenigstens noch einen geringen Halt zu haben.  Nachdem wir nun genug geklettert und gesehen hatten, erfolgte der Abstieg, der auch glatt vonstatten ging.  Durch das Laufen und Klettern waren wir nun doch hungrig geworden, und so stärkten wir uns mit dem von Bord mitgenommenen Proviant.

Nach dieser Stärkung und einer gemütlichen Zigarettenpause traten wir unseren Rückmarsch an.  Auf halbem Wege machte uns der Kommandant auf eine schöne Lagerstelle aufmerksam, wo wir uns abermals zur Rast nieder-ließen.  An dieser Stelle nahmen wir alle erst mal ein Fußbad, welches uns sehr wohl bekam.  Hier wäre jeder gerne bis zum Abend geblieben, wenn wir nicht mit dem Dampfer hätten zurückfahren müssen, und so mussten wir auch diese schöne Stätte verlassen und uns auf die Heimreise begeben.  An der Anlegestelle des Dampfers hatten sich um die festgesetzte Zeit wie-der alle Teilnehmer ohne Ausnahme versammelt.  Die Vorgesetzten freuten sich darüber, dass alle noch heil waren.

Nachdem wir etwa eine Stunde gewartet hatten, kam dann unser Dampfer, der uns wieder nach Balholm bringen sollte.  Bei der Abfahrt sangen wir noch einige Lieder, die auf die Leute bestimmt keinen schlechten Eindruck machten, denn sie sahen uns alle mit erstaunten Augen an.  Um 19°° h kamen wir dann wieder an Bord zurück, wo wir uns umzogen und noch einen kleinen Spaziergang an Land unternahmen.  Nach dem Spaziergang brachte uns die Jolle wieder an Bord.  Anschließend gingen wir sofort schlafen.

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