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 Oskar Klebsch

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Oskar Klebsch

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Der Krieg verhinderte die seemännische Karriere

Matrose Oskar Klebsch

     Matrose Oskar Klebsch

Ein Beitrag aus Band 3

der maritimen gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags" von Jürgen Ruszkowski

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Oskar Klebsch wurde am 20.4.1920 geboren und stammt aus Mathiashof-Kantrek im Kreis Cammin in Hinterpommern.  Er berichtet über seinen Traumberuf:

„Seefahrt tut not!“  Dieser Aufruf ging seinerzeit vor dem 2. Weltkrieg durch die Presse.  Ich schrieb auf die Anzeige nach Hamburg, Harvestehuder Weg, und bekam einen Fragebogen zugeschickt.  Nicht nur Abenteuerlust, sondern vor allem der Wunsch, etwas von dieser schönen Welt zu sehen, beflügelte mich.

Ich war dafür vorgesehen, zu Hause Erbhofbauer zu werden.  Meine Eltern waren deshalb dagegen, dass ich Seemann werden wollte und lehnten ihre Einwilligung und Unterschrift zunächst ab, so dass ich wochenlang darum kämpfen musste.  Da ich nicht aufgab, durfte ich im August 1937 endlich doch eine seemännische Vorschule auf dem Eisbrecher PREUSSEN machen.  Die dafür geforderten 52 Mark konnte ich von meinen Eltern jedoch nicht bekommen, denn wir waren zu Hause sechs Kinder, und es fehlte an Geld.  So war ich gezwungen, mir den Betrag selbst zu verdienen, indem ich im Wald Blaubeeren pflückte, Kienzapfen sammelte und Forstarbeiten verrichtete.

Stettin

Beim Eintreffen in Stettin erschloss sich für mich eine neue Welt, die ich zuvor nicht gekannt hatte: Großstadt mit Straßenbahnen, Hafen und Schiffen.  Die Einführung in das Seemännische begann unter Kapitän Bolze, einem gebürtigen Hamburger.  Nach 14 Tagen wurde ich dem Bootsmann als Hilfsausbilder für die 30 Schüler zugeteilt, was mich auch etwas stolz machte. 

Ich hätte mir damals lieber ein schöneres Schiff, etwa einen Passagierdampfer, als diesen Schoner gewünscht.  Doch mein Kapitän Bolze meinte: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre, und du musst einmal Segelschiffszeit nachweisen können, um auf die Seefahrtschule gehen zu können.  Du hast das Zeug dazu und wirst mal sicher ein Kapitän werden wie ich.“  So musste ich doch in den sprichwörtlichen sauren Apfel beißen.  

Wir schipperten mit dem Schoner zu fast allen Ländern im Bereich der Ost- und Nordsee und nahmen als Fracht überwiegend Holz, Kohle und Zement.  Die erste Reise von Stettin nach Umeå in Schweden mit einer Ladung Koks bei Windstärke 7 bis 9  dauerte 4 ½ Tage und war die grausamste Zeit meiner Seefahrt.  Dabei erlebte ich meine erste Seekrankheit mit Erbrechen und zitternden Knien.  Salzwasser hatte ich nicht nur auf den Lippen, sondern am ganzen Körper.  Diese erste Reise wurde mir eine bittere Pille.  Es ging anschließend weiter nach Finnland, wo wir in Vaasa eine Holzladung an Bord nahmen, um diese bei fast spiegelglatter See nach Totness in Süd-England zu bringen.  

Bei dieser Reise bekam ich wieder Mut und Freude an der Seefahrt.  Wir wurden als Besatzung eines deutschen Schiffes mit dem Heimathafen Hamburg in den fremden Ländern oftmals freudig und liebevoll empfangen, nicht zuletzt von der Jugend und besonders den Mädels.  Es kam zu Bekanntschaften, die so schön waren, dass ich sie nie mehr vergessen konnte.  Das Abschiednehmen mit einem Ahoi wurde oft schwer.  Einmal kamen wir von Skin in Norwegen mit einer Ladung Zelluloseballen, teilweise auch als Deckslast, die nach Frankreich ging, im Skagerrak in einen Sturm.  Mit Schlagseite mussten wir Esbjerg als Nothafen auflaufen.  Nach Tagen setzten wir die Fahrt in Richtung Brest fort, und dort war es wieder sehr schön.  Nach 11 Monaten Fahrzeit musterte ich am 23. Juli 1938 in Itzehoe als Jungmann ab, verließ dieses Schiff, mit dem ich doch so viele harte und auch schöne Stunden erlebt hatte, und fuhr nach Hause. 

In meinem kleinen Heimatdörflein fand ich Besinnlichkeit und Freude mit meinen Lieben.  Ich übte wieder mal Landwirtschaft und half zu Hause bei der Ernte.  Auch diese Zeit war für mich erlebnisreich im Kontakt mit der inzwischen herangewachsenen Dorfjugend und den auf den Bauernhöfen eingesetzten Arbeitsmaiden.  Die Sehnsucht nach Abenteuern trieb mich aber bald wieder fort, und ich bestieg am 9. August 1938 in Stettin einen 2.000-Tonnen-Dampfer, der als Frachtschiff auf der Ost- und Nordsee verkehrte.  Der Kapitän, Paul Daunehl, war für mich ein lieber Vaterersatz.  Nach vielen schönen Fahrten verließ ich dieses Schiff am 25. April 1939 in Holtenau als Leichtmatrose und kehrte wieder heim.  In der elterlichen Landwirtschaft half ich wieder nach Kräften, bis mich erneut die Sehnsucht packte und ich am 22. Mai 1939 in Stettin als Leichtmatrose den Bäderdampfer ODIN bestieg.  

Es war ein kleines, schönes Schiff, geführt von Kapitän Reichert.  Mit diesem Bäderschiff fuhren wir von Stettin über das Oderhaff nach Swinemünde und weiter über Ahlbeck und Sassnitz über die Ostsee nach Kopenhagen und zurück.  Leider sollte der Dampfer dann als Zielschiff zum Torpedo-Übungsschießen eingesetzt und in Wilhelmshaven stationiert werden.  Dieses war gegen meinen Willen, denn ich wollte ja in der zivilen Seefahrt tätig sein.  Da ich noch nicht beim Militär gedient hatte, konnte ich nach anfänglichem Ärger doch abmustern.  So stand ich am 15.6.1939 wieder in Wilhelmshaven mit meinem Seesack auf dem Bahnhof.  Dort konnte ich auf einem Anschlag lesen, dass die Hochseefischerei in Wesermünde dringend Leute suche.  Ein Telefonanruf zur Heuerstelle in Wesermünde ermunterte mich zum Kommen.  Ich fuhr mit dem nächsten Zug nach Wesermünde und begab mich zum Seemannsheim.  Dort wurde ich herzlich empfangen, und konnte hier essen und übernachten.  Dieses Heim war ja für uns Seeleute eine Art Ersatzmutter. 

Am nächsten Morgen meldete ich mich in dem unten im Seemannsheim befindlichen Heuerbüro.  Dort standen schon drei Mann in Rollkragenpullovern und langen Seestiefeln, die dringend Opfer suchten und mich freundlich grüßten.  Ich war sportlich gekleidet und braun gebrannt und wurde sofort nach woher und wohin gefragt.  Als sie von mir hörten, dass ich ein Schiff suche, fragten sie nach meinen Fahrzeiten.  Als Vollmatrose wurde ich sofort auf ihrem Schiff, der LUDWIG SANDERS angeheuert und konnte noch am 16. Juni 1939 an Bord gehen.  

Der Kapitän, Hans Cassebohm, führte diesen Fischdampfer auf Delikatess-Fischfang nach Island.  Für mich begann eine neue Art der Seefahrt, die ich bisher noch nicht kannte: Netze aussetzen und einholen, Fische schlachten, säubern und auf Eis legen.  Es war für jedermann an Bord harte Arbeit.  Wir bildeten als Besatzung eine Familie.  Der Kapitän, unser „Oler“, war sehr beliebt.  Drei Fangreisen, jeweils nach 20 Tagen zurück nach Wesermünde, machte ich mit.  Mit dem Entladen im Heimathafen hatten wir keine Arbeit.  Für jeweils 48 Stunden im Hafen war das Seemannsheim mein Zuhause und in der Kneipe Holmeyer fanden wir Erfrischung.  Das Taxi 02 brachte mich vom Hafen für 1,50 Mark zu dem netten Tanzlokal Spiegelsaal und Kaffee Albrecht, wo wir schöne Stunden bei Tanz erleben konnten.  Dann rief uns wieder die Pflicht.  Bei der Ausfahrt stand ich immer mit dem Kapitän auf der Brücke am Ruder.  Durch die Hafenschleuse am Lloyd-Kai, am Roten Sand, an Helgoland, Schottland, den Färöer-Inseln vorbei ging es nach Reykjavik.  Vor der Küste von Schottland erreichte uns am 30. August 1938 ein Funkspruch, dass alle deutschen Schiffe umgehend ihren Heimathafen anlaufen müssten.  So waren wir am 1. September wieder im Wesermünde, und der zweite Weltkrieg hatte begonnen.  Mit diesem Schiff, umgerüstet als Vorpostenboot, gegen England zu fahren, widerstrebte mir.  So musterte ich am 11.9.1939 endgültig aus der Seefahrt ab und fuhr mit meinem Seesack wieder nach Hause. 

Oskar Klebsch meldete sich freiwillig zur Luftwaffe, um nicht mit der Kriegsmarine gegen England fahren zu müssen, das er bei seinen Hafenaufenthalten schätzen gelernt hatte.  Er sollte als Pilot ausgebildet werden und war später als Falschirmjäger infanteristisch in Russland eingesetzt.  Im Krieg hat er durch eine Verwundung den linken Fuß verloren und war daher nach dem Krieg leider nicht mehr seediensttauglich: "Dieser Krieg zerstörte meine Träume von einer schönen Welt im Frieden und meine Hoffnung auf eine seemännische Karriere."  Auch der Wunsch meiner Eltern, dass ich Erbhofbauer würde, blieb ein Traum, denn in der Folge des von Hitler verursachten verbrecherischen Krieges ackert heute ein polnischer Bauer auf der Jahrhunderte lang deutsch gewesenen elterlichen Scholle.

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